27.12.2012
Kategorie: Presseschau, Musik, Bigband, Startseite
Von: eingestellt von Niko Markus

Rheinpfalz-Artikel zum Weihnachtskonzert


Von zart-verhalten bis rockig-laut - Kuseler Gymnasiasten bieten vielfältiges Konzert in der protestantischen Stadtkirche

Nach zwei witterungsbedingten Absagen war es am Dienstagabend endlich soweit: Schüler und Musiklehrer des Gymnasiums Kusel boten mehr als 200 Besuchern in der protestantischen Stadtkirche Kusel ein äußerst vielfältiges und musikalisch sehr anspruchsvolles Weihnachtskonzert.

Einen rockigen, swingenden Konzertauftakt setzte die Big Band mit Ludwig van Beethovens „Holiday Joy“. Johannes Guth schmetterte quasi als Willkommensgruß sein Trompetensolo, dabei sprang der Funke der Freude nicht nur auf Schlagzeuger Norman Gensinger, sondern auch aufs Publikum über. Die Besucher begrüßte Dekan Ralf Lehr mit launigen Worten, dabei verriet er „sieben wertvolle Tipps“ für den Kirchenbesucher. Gleichwohl kam für nicht Wenige der Tipp, sich rechtzeitig einen Platz reservieren zu lassen, leider zu spät.Text- und notensicher präsentierte sich der „Neue Chor“ aus der Talentschmiede des Kuseler Gymnasiums. Im Schatten eines mächtigen Weihnachtsbaums debütierten der Chor mit „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ und „Fröhliche Weihnacht überall“. Fast leise, verhalten kam das „Dub a dub a dum...“, doch dann gaben die 21 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung ihres Musiklehrers Xaver Jung kraft- und klangvoll ihren Einstand mit dem Weihnachtspophit „Stop the cavalry“. Das von Jona Lewie geschriebene Lied ist eigentlich ein Antikriegslied, das eher zufällig zu einem Weihnachtslied wurde. Der Song erzählt die Geschichte vom Soldaten im Schützengraben, der an Weihnachten nach Hause möchte: „Wish i was home for Christmas“.

Laut und rockig ging’s mit der Bigband Zwo weiter. Wobei der Name eher ein Zufallsprodukt sei, mit dem sich die Mittelstufen vom großen Bruder, der Big-Band der Oberstufen, einfach nur abgrenzen wollte, erklärte einer ihrer Ziehväter, Musiklehrer Hendrik Gesner gegenüber der RHEINPFALZ. Was ihnen mit der einprägsamen Stimme und dem fetzigen Gitarrensound von Richard Blättner beim „Rockigen Weihnachtsmorgen“ zweifelsfrei gelungen sein dürfte. Wenngleich nicht ganz so rockig, dennoch gleichermaßen überzeugend, geriet das „Gospel by Carl Strommen“, wobei sich besonders Benita Braum (Altsaxophon) und Lea Brenneiser (Trompete) sehr rhythmisch und gefühlvoll einbrachten. Der „Chörli“ brachte gar den Weihnachtsmann mit, und der ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit Clara de Oliveira Seyler „White Christmas“ zu singen. Anschließend sang mit den Händen in den Hosentaschen Dominik Wilson „A Christmas old lang syne“ auf der Bühne.

Seit September üben sie, die fünfte Jahrgangsstufe der Bläserklasse, verriet ihr Lehrer Xaver Jung. Nachdem sie mit „Oh when the saints“ die Seelen der Besucher begeisterten, verabschiedeten sich die Mädels und Jungs mit Beethovens „Freude schöner Götterfunken“. In grünen T-Shirts, fast schon wie Profis, trat das Ensemble der sechsten Jahrgangsstufe unter der Leitung von Christoph Justinger auf. Sie überzeugten mit Kompositionen von Michael Sweeney. Natürlich durfte in ihrem Repertoire „Rudolph the red-nosed reindeer“ nicht fehlen. Ein musikalischer Leckerbissen sicherlich auch der Auftritt der „Running-Ballisto-Jazzband“. Deren Musiker behaupteten, allen voran Pascal Richter (Gesang) und Alexander Stein (Gitarre): „All i want for christmas is a rock’n’roll electric guitar“.

Neben sehr guten Instrumentalisten überraschten die Solisten Elena Talmon und Frederic Froeßl mit ihren klaren, kraftvollen Stimmen. Auch die Musikpädagogen Hendrik Gesner und Xaver Jung lobten im Gespräch mit der RHEINPFALZ die Akteure. An vielen Wochenenden und Nachmittagen habe man in den zurückliegenden Monaten über das normale Maß hinaus geübt, erklärte Jung. Gesner ergänzte, dass das Konzert in der Stadtkirche für sie eine Premiere gewesen sei. „Wir waren noch nie hier, niemand wusste wie es klingen wird“, letztlich habe alles wunderbar funktioniert, resümierte Gesner.

von Reinhard Schmidt
Die Rheinpfalz, Westricher Rundschau, 20.12.2012