20.09.2018
Kategorie: Mathematik, Biologie, Chemie, Informatik, Physik, NaWi, Startseite, Presseschau
Von: eingestellt von S. Jaqui

Schulen blicken in die Zukunft


Kusel: Zwei Gymnasien im Landkreis erhalten Auszeichnungen – Zertifikate auch ein Verdienst der Vorbereitung aufs Berufsleben

Von Philipp Jung
MINT“ mag für den einen oder anderen eine rätselhafte Abkürzung sein: Nun, mit frischem Atem hat’s in diesem Fall nichts zu tun. Dahinter steckt vielmehr eine Gruppe von Schulfächern, bestehend aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Im Kreis Kusel wurden zwei Schulen zum wiederholten Mal als „MINT-freundlich“ bewertet.
Im Foyer des Kuseler Siebenpfeiffer-Gymnasiums hängt eine sogenannte MINT-Wand: „Hier können die Schüler immer sehen, welche Projekte aktuell laufen und wie sie sich wo einbringen können“, erklärt Marco Schneider, der stellvertretende Schulleiter. Das Siebenpfeiffer-Gymnasium ist vor Kurzem erneut als MINT-freundliche Schule geehrt worden: Julia Roczen und Sandra Mickler haben die Auszeichnung in Mainz im Beisein von Landesbildungsministerin Stefanie Hubig entgegengenommen. „Es herrschte eine sehr festliche Atmosphäre und die Ministerin hat sehr viele lobende Worte gefunden“, erzählt Mickler.Das Siebenpfeiffer-Gymnasium hat das Zertifikat bereits zum zweiten Mal erhalten, ebenso das Veldenz-Gymnasium in Lauterecken. „Beim ersten Mal erforderte die Bewerbung noch ziemlich viel Zeit, diesmal ging es schneller“, sagt Marco Schneider. „Wir pflegen alle unsere MINT-Projekte regelmäßig in unsere Homepage ein und dann hat es im Großen und Ganzen gereicht, darauf zu verlinken.“ Stefan Weber, Schulleiter des Veldenz-Gymnasiums, spricht eine Besonderheit des Prädikats „MINT-freundlich“ an: „Man muss Kontinuität wahren, um ein weiteres Mal ausgezeichnet zu werden – immer ,up to date’ sein.“ Im MINT-Kontext hebt er besonders zwei Namen aus dem Kollegium hervor: „Sebastian Becker und Nadine Birkhofen sind unsere MINT-Beauftragten.“

Das Veldenz-Gymnasium erhielt darüber hinaus das Zertifikat „Digitale Schule“. Ziel der Schule sei es nämlich auch, die Schüler im Medienbereich zu fördern, unterstreicht der Schulleiter: „Hier werden wichtige Kompetenzen vermittelt, auch für das Berufsleben.“ Außerdem gebe es in Lauterecken einen „Computer-Sanitätsdienst“, eine Arbeitsgemeinschaft aus Mittel- und Oberstufenschülern, die sich um die Instandsetzung von Computern kümmert. Flächendeckendes WLAN (momentan allerdings nur für die Lehrer) und eine starke Aufstellung im Bereich Informatik seien zwei weitere Faktoren der digitalen Entwicklung am Veldenz-Gymnasium. Auch stehe die Plattform „Moodle“ zur Verfügung. Hierzu sagt Stefan Weber: „Die hat einen echten Mehrwert für die Schüler, weil diese im Krankheitsfall auch Arbeitsblätter und Hausaufgaben von zuhause abrufen können.“

Beide Schulen beweisen Engagement in der Schwerpunktsetzung im MINT-Bereich, nehmen zum Beispiel an verschiedenen Wettbewerben teil, etwa „Mathematik ohne Grenzen“. Am Siebenpfeiffer-Gymnasium soll es bald eine Bachpatenschaft für den Kuselbach geben. „Im Herbst wollen wir mit den achten Klassen dort eine Gewässeranalyse durchführen“, konkretisiert Schneider. Schüler sollen dabei gemeinsam arbeiten und gleichzeitig für Umweltthemen sensibilisiert werden, ergänzt Biologielehrerin Theresa Schwarz.

Neben der öffentlichen Anerkennung dank der Ehrungen erhalten die Schulen auch Unterstützung durch Sponsoren: „Es gibt viele regionale und lokale Partner, mit denen wir vernetzt sind“, sagt Stefan Weber. Marco Schneider nennt als Beispiel die Firma MiniTec in Schönenberg-Kübelberg. Sein Kollege Sebastian Denzer, Fachkonferenzleiter in der Physik, lobt die Kooperation mit den Sponsoren: „Es werden ohne große Hürden nennenswerte Summen für unsere Projekte gewährt.“ Ein wichtiger Unterstützer des Lauterecker Gymnasiums ist laut Stefan Weber die Otto-Jung-Stiftung.

„Es läuft insgesamt sehr gut im MINT-Bereich, obwohl wir dringend noch Lehrkräfte in Fächern wie Chemie, Mathe und Physik suchen“, bilanziert Marco Schneider. Hand in Hand mit der Schärfung des MINT-Profils an den Schulen gehe die Vorbereitung der Schüler auf das Berufsleben: Es würden technische und naturwissenschaftliche Kompetenzen vermittelt. „Und natürlich nehmen die Schüler auch regelmäßig an Berufsinformationstagen teil“, unterstreicht Stefan Weber.

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

 

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Westricher Rundschau - Nr. 218
Datum Mittwoch, den 19. September 2018
Seite 15