10.04.2017
Kategorie: Presseschau, Startseite
Von: eingestellt von S. Jaqui

Hilferufe dringen aus Raum 219


Kusel: Siebenpfeiffer-Gymnasium gestaltet Feuer-Testalarm unter realen Bedingungen - Freiwillige Feuerwehr und Rotes Kreuz dabei

von tim altschuck

 
Für viele Schüler ist der alljährliche Feuer-Testalarm zu Beginn jedes Schuljahrs ein lästiges Übel. Um sicherzustellen, dass im Ernstfall doch alles klappt, fand gestern am Siebenpfeiffer-Gymnasium in Kusel ein Testalarm unter realen Bedingungen statt – samt Feuerwehr und Rotem Kreuz.

Der Unterricht hat nach der großen Pause gerade wieder begonnen, als dichter, weißer Nebel aus den Fenstern von Raum 219 quillt. Noch ahnen die Schüler nicht, was gleich passieren wird, als plötzlich der Alarm geht: „Achtung, Achtung, bitte verlassen Sie das Gebäude!“, schallt es aus den Lautsprechern. Ruhig und besonnen strömen die Schüler neben den Sportplatz. Dort sind die Treffpunkte an der Mauer mit Nummern gekennzeichnet.So richtig glaubt natürlich keiner an den Ernstfall. Als sich einige eingeweihte Schüler und ein Lehrer an den Fenstern des vernebelten Raums 219 hilferufend bemerkbar machen, werden aber einige unruhig. Es dauert nicht lange, bis das Martinshorn der bald eintreffenden Feuerwehr und der Rettungswägen zu hören sind. In voller Montur eilen die ersten Feuerwehrleute herbei. Das Schulhaus sei geräumt, allerdings gebe es vermisste Personen im Obergeschoss, teilt ihnen Schulleiterin Angelika Gröneveld-Olthoff mit.

Sofort wird die Drehleiter in Stellung gebracht, und die Wehrleute legen Atemschutz an. Sowohl durch das Gebäude als auch über die Leiter versuchen die Helfer nun, an den Raum mit den „Vermissten“ heranzukommen. Als die Drehleiter in Stellung gebracht ist, wird eine Puppe über sie evakuiert, die restlichen Personen werden über die Treppe nach außen gebracht. Dort findet direkt die Erstversorgung durch das Rote Kreuz statt.

„Ich bin sehr zufrieden mit den Schülern und den Kollegen“, lobt die Schulleiterin. Alle seien bei der Gebäuderäumung besonnen geblieben, und durch die Nummerierung an der Sportplatzmauer wisse auch jeder, wo sein Treffpunkt sei. „Wir hatten das schon lange vor“, betont Gröneveld-Olthoff. Schließlich müsse so ein Testalarm auch unter realen Bedingungen funktionieren. So hätten sich zum Beispiel auch Lehrer in den Gängen postiert, die das Verhalten der Hinausgehenden inspizieren sollten. „Nach den Ferien gibt’s eine Sitzung, in der wir Verbesserungsvorschläge für die Zukunft entwickeln.“ Besonderes Lob gab es für den Schüler Torben Lutzke, der sowohl im Schulsanitätsdienst als auch bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig ist. Er hatte die Übung gemeinsam mit Lehrer Sebastian Denzer, dem Sicherheitsbeauftragten der Schule, organisiert.

Als alle gerettet sind, macht die Feuerwehr noch einen letzten Kontrollgang, entlüftet den vernebelten Raum, und die letzte Schulstunde vor den Osterferien kann beginnen.

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Nr. 84
Datum Samstag, den 8. April 2017
Seite 15