17.11.2020
Kategorie: Religion und Ethik, Startseite
Von: eingestellt von S. Jaqui

Interreligiöse Videokonferenz von Schüler*innen des Siebenpfeiffer-Gymnasiums Kusel (SGK) mit Lama Samten


Die Corona-Pandemie verlangt uns allen viel ab. Um andere zu schützen, verzichten wir auf Vieles, was uns unter „normalen“ Bedingungen selbstverständlich und wichtig ist. Wie gut ist es da zu wissen, dass wir prinzipiell alle nur einen Mausklick voneinander entfernt sind. So ist auch in Zeiten von Corona der interreligiöse Dialog über Videokonferenzen möglich.

Der evangelische Religionskurs 10b des Siebenpfeiffer-Gymnasiums traf sich mit dem Buddhistischen Mönch, Lama Samten, gleich in zwei jeweils 45-minütigen Videokonferenzen: am 9. Oktober und am 13. November 2020. So hatten 19 offene und interessierte Schülerinnen im Alter von 15 bis 16 Jahren die Möglichkeit, sich mit einem authentischen Gegenüber auszutauschen, ihre Fragen zu stellen und auch einmal gemeinsam zu meditieren.

Begleitet wurden die Konferenzen von Johannes Weller vom Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. als Koordinator des „CHAT der WELTEN im Saarland“. Er unterstützte die Ausführungen von Lama Samten zu seinem Leben als buddhistischer Mönch im Kloster Tserkarmo in Nordindien durch Bilder und weitere Informationen. Trotz technischer Pannen und schlechter Internetverbindung waren die Unterrichtsstunden aufschlussreich, informativ und für jeden interessant mitzuerleben.

Die Videokonferenzen bestanden aus drei etwa gleichgroßen Abschnitten: Sie begannen mit einem kurzen inhaltlichen Impuls von Lama Samten. Er gab uns Einblicke in sein Leben als buddhistischer Mönch und über das Buddhist-Sein im Himalaya. Danach wurden unsere Fragen besprochen, die wir Lama Samten zur Vorbereitung vorher via Mail zugeschickt hatten. In unserer Unterrichtsreihe zum Buddhismus hatten wir uns zwar einen Überblick über die drei großen buddhistischen Schulen verschafft und zentrale Inhalte erarbeitet. An Lama Samten hatten wir aber dennoch eine Reihe von Fragen zur Vorbereitung des Gespräches gerichtet: z.B. „Wie wird man Teil eines Fahrzeuges, Weges?“, „Wieso bist Du Diamantweg-Buddhist?“, „Wie bist Du Buddhist geworden?“ Am Ende gab es die Möglichkeit, gemeinsam zu meditieren. Wir führten eine Atemmeditation durch, bei der man sich auf tiefes Ein- und Ausatmen konzentriert, den Geist auf den Atem lenkt und somit alles um sich herum ausblenden kann. Beim aufrechten Sitzen und Atmen fließt die Energie zu den Energiestellen, welche die weiblichen und männlichen Kanäle, die jeder Mensch besitzt, aktiviert. Wir konnten die Meditation aber leider nicht zu Ende führen, da wir aus zeitlichen Gründen unterbrochen wurden. Gerade in einer stark diesseits- und praxisbezogenen "Religion" wie dem Buddhismus gibt es viele Aspekte, die man nicht über Bücher lernen kann, sondern einfach einmal erleben muss. Schon alleine für diese kleine Erkenntnis hat sich der Austausch gelohnt.

Wir bedanken uns ganz herzlich für das interessante Gespräch, die gelungene Kooperation und die vielen wertvollen Eindrücke und Impulse, die uns den geglaubten und gelebten Buddhismus tiefer verstehen ließen!

Liane Herner, Hanna-Marie Drum, Laura Lutz, Emily Simon und Torben Burkart


Zur Info:

Der CHAT der WELTEN im Saarland ist ein Bildungsangebot des Netzwerks Entwicklungspolitik im Saarland NES e.V. und Engagement Global gGmbH, das seit 2009 virtuelle Schulbegegnungen und gemeinsames Lernen mit Klassen und Einzelpersonen über alle fünf Kontinente hinweg ermöglicht. Durch den Einsatz von neuen Medien, insbesondere durch "Live-Chats", treten Kinder und Jugendliche aus Deutschland (ab 10 Jahre) mit Gleichaltrigen in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie mit Expert*innen weltweit in direkten Austausch. Die CHAT-Partner*innen lernen von- und miteinander und stärken ihr Bewusstsein für globale Zusammenhänge.