Wenn Malerei unsere Jüngsten und unsere Ältesten ins Gespräch bringt



Die Werke des 12er BK GK wurden für die 5d zum Anlass für eine intensive Bildbesprechungen und persönliche Rückmeldungen.
Staunend sammelten sich die Schüler:innen der Klasse 5d vor den Schrankwänden im Kunstsaal. Dort präsentierte ich die Werke des 12er BK GK in dichter Hängung. Die Schülerinnen des Oberstufenkurses durften sich eine Stilepoche auswählen, die sie besonders anspricht, und sich im Selbstportrait, unter Beachtung der Gestaltungsmerkmale ihrer Vorlage, darstellen. Diese Aufgabe wurde von dem Kurs positiv aufgefasst und die Oberstufenschüler:innen zeigten ein großes Bemühen in der Umsetzung. Das fiel den jungen Schüler:innen der Unterstufe ebenfalls auf. Was für eine glückliche Chance für einen spontanen Museumsrundgang und eine darauffolgende intensive Bildbesprechung.
Mit großer Wertschätzung saß nun die 5d vor den Werken und nahm Stellung. Zunächst sortierten die Kinder die Werke nach Interesse, danach nach Spannung. An die persönliche Bewertung schlossen sich fragen nach den Ursprungswerken an. „Vermutet mal, welches wohl des älteste Gemälde war, an dem sich die Schüler:innen orientierten?“ Michelangelos, Die Erschaffung des Adams, wurde schnell als solches erkannt. Auch die Gestaltungmerkmale, wie die der leuchtenden, gesättigten Farbflächen und comicartigen Konturlinien entsprechend der Werke von Roy Lichtenstein, identifizierten die Kinder als wohl jüngste Bildvorlagen. Die Kinder waren sehr beeindruckt von den Werken und ich von ihrer Ernsthaftigkeit und der Anwendung unserer erlernten Fachsprache.
„Frau Schmiiiitt…“, kam eine zögerliche Stimme, „da sind aber noch nicht alle fertig, oder?“ Ganz genau. Die 12er waren noch im Prozess und die Kinder wünschten, dass kein Schüler:innen seine Motivation verliert. „Möchtet ihr ihnen das nicht vielleicht auch mitteilen? Mit der Begründung, welche Gestaltungsmerkmale euch besonders ansprechen?“. Der Wunsch das Fußballturnier in der Kunststunde zu besuchen, war tatsächlich aufgegeben. Nun hängen an den Werken der Oberstufenschüler:innen kleine gelbe Zettel.
Eine Woche später steht der BK GK in der letzten Stunde für dieses Schuljahr vorsichtig zurückhaltend, aber sichtlich gerührt, vor ihren Zettelbotschaften und schnappt sich größtenteils ungefragt auch bei 30 Grad im Saal ihren Tonkarton zum Arbeiten.
(Ann-Kathrin Schmitt)












