Wenn beim Babysitten plötzlich etwas passiert

Unfallchirurg macht Jugendliche fit für den Ernstfall

Kusel. Was tun, wenn sich ein Kind verschluckt? Wann wird ein Sturz auf den Kopf gefährlich? Und wie reagiert man bei starken Blutungen, Fieberkrämpfen, allergischen Reaktionen oder Vergiftungen? Beim Babysitten können Jugendliche plötzlich in Situationen geraten, in denen schnelles, besonnenes und vor allem richtiges Handeln gefragt ist.

Genau darauf werden die Schülerinnen und Schüler der Babysitting-AG „Fit fürs Babysitten“ am Siebenpfeiffer-Gymnasium Kusel vorbereitet. Die von Lehrerin Mareike Weidner geleitete Arbeitsgemeinschaft richtet sich an Jugendliche ab Klassenstufe 9 und verbindet Grundlagen der Kinderbetreuung mit Fragen der Verantwortung, Sicherheit und Ersten Hilfe.

Fachkundige Unterstützung erhielt die AG am Freitag, 4. September 2026, von Daniel Krüßmann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Zusatzbezeichnung Spezielle Unfallchirurgie. An konkreten Fallbeispielen vermittelte er den Jugendlichen, wie sie Notfallsituationen richtig einschätzen und erste Maßnahmen einleiten können. Auf dem Programm standen unter anderem Kopfverletzungen, stärkere Blutungen, Verschlucken und Ersticken, Fieberkrämpfe, allergische Reaktionen und Vergiftungen. Auch die Frage, wann der Notruf 112 erforderlich ist, wurde ausführlich thematisiert.

Dabei blieb es nicht bei der Theorie: Die Schülerinnen und Schüler konnten praktische Maßnahmen ausprobieren und sich zeigen lassen, worauf es im Ernstfall ankommt. So wurde beispielsweise das Anlegen eines Verbandes direkt geübt.

„Mir ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur wissen, wie man Kinder verantwortungsvoll betreut, sondern sich auch zutrauen, in einer unerwarteten Situation ruhig und richtig zu reagieren“, erklärt AG-Leiterin Mareike Weidner. „Dass sie dabei von einem erfahrenen Mediziner lernen und ihre Fragen direkt an ihn richten können, ist besonders wertvoll.“

Der Besuch soll keine einmalige Aktion bleiben. Weitere Begegnungen sind geplant, die neben der Gesundheitsbildung auch Einblicke in medizinische Berufsfelder ermöglichen sollen. Interessierte Jugendliche könnten künftig beispielsweise im Rahmen eines Praktikums den Berufsalltag eines Mediziners näher kennenlernen. Damit verbindet die Zusammenarbeit praxisnahe Erste-Hilfe-Ausbildung mit Berufsorientierung.

Nach erfolgreicher Teilnahme an der AG erhalten die Jugendlichen den Babysitter-Führerschein des Siebenpfeiffer-Gymnasiums. Damit nehmen sie nicht nur ein Zertifikat mit nach Hause, sondern vor allem Wissen und Handlungssicherheit, die im Ernstfall entscheidend sein können.

(Mareike Weidner)