Antirassismus AG und AG Werte der Welt besuchen die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA)

Am Dienstag, den 09.12.2025, besuchte ich als Teil der Antirassismus AG und der AG Werte der Welt die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) hier in Kusel. Begleitet wurden wir von Herrn Neuberger, Herrn Burkart, Frau Simon, Frau Ventulett und Frau Zuber. Um 13:20 Uhr kamen wir dort an und wurden von dem Leiter der AfA, Martin Ziehmer, sowie dem Lehrer Andreas Koerfer freundlich empfangen. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass die AfA ein gut organisierter Ort ist, an dem viele Abläufe genau geregelt sind.

Zuerst wurde uns erklärt, wie die tägliche Anmeldung der Bewohner funktioniert. Jeder Bewohner muss sich über ein System anmelden (dies funktioniert mit dem Scannen einer Karte), damit festgehalten wird, wer sich in der AfA aufhält. Dieses System dient nicht nur der Organisation, sondern auch den Ermittlungen der Polizei. Falls es zum Beispiel zu einem Diebstahl kommt und die Polizei einen Verdacht hat, kann überprüft werden, ob sich die betreffende Person zur entsprechenden Zeit in der AfA befunden hat. 

In diesem Zusammenhang erfuhren wir auch mehr über die Menschen, die dort leben. Die meisten Bewohner sind alleinstehende Männer. Familien bleiben in der Regel bis zu sechs Monate in der AfA, bevor sie an eine Kommune weitergeleitet werden. Zusätzlich wurde uns erklärt, dass alleinstehende Männer und Frauen meist deutlich länger bleiben, nämlich bis zu 18 Monate. Außerdem gilt in der AfA eine Residenzpflicht, das bedeutet, dass die Bewohner verpflichtet sind, dort zu leben. Wenn jemand länger als drei Tage nicht im System angemeldet ist, wird die Polizei informiert, um nach der Person zu suchen.

Während der Führung erzählte man uns auch etwas über das Gebäude selbst. Es wurde früher viele Jahre von der Bundeswehr genutzt, verlor aber mit der Zeit an Bedeutung, da es immer älter und nicht mehr renoviert wurde. Später bekam das Gebäude eine neue Aufgabe, besonders während der Migrationswelle im Jahr 2015. Allein in Rheinland-Pfalz kamen damals über 50.000 Menschen an. Die AfA war in dieser Zeit stark überlastet, weshalb viele Menschen in Zelten schlafen mussten. Trotz dieser schwierigen Umstände waren viele von ihnen dankbar, da sie endlich einen sicheren Ort erreicht hatten. In diesem Zusammenhang wurden uns auch die verschiedenen Gründe erklärt, warum Menschen nach Deutschland fliehen, zum Beispiel wegen Krieg, staatlicher Verfolgung, Diskriminierung im Heimatland oder weil medizinische Behandlungen dort nicht bezahlbar sind.

Nach diesen vielen Informationen führte uns der Weg weiter in die Kantine der AfA. Dort wurde uns erklärt, dass das Essen nicht mit in die Zimmer genommen werden darf, um Sauberkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig wurde aber auch darauf hingewiesen, dass die Bewohner Taschengeld erhalten und sich damit in Supermärkten selbst Lebensmittel kaufen können, die sie dann in ihren Zimmern aufbewahren dürfen. In der Kantine fiel mir außerdem ein Schild auf, auf dem stand, dass dort kein Essen mit Schweinefleisch angeboten wird. Das zeigte, dass auf die religiösen Hintergründe der Bewohner Rücksicht genommen wird. Insgesamt bekam ich den Eindruck, dass die AfA sehr groß ist und viele verschiedene Bereiche hat.

Als wir weiter durch das Gebäude gingen, sahen wir auch einige Kinder. Es waren jedoch nur wenige, da die meisten Bewohner keine Familien sind. Herr Koerfer erklärte uns, dass er Schüler von der fünften bis zur neunten Klasse gleichzeitig unterrichtet. Viele dieser Kinder und Jugendlichen sprechen kein Deutsch, und manche hatten vor ihrer Ankunft noch nie eine Schule besucht. Diese Information hat mir besonders gezeigt, vor welchen Herausforderungen die Kinder aber auch die Lehrer der AfA stehen.

Zum Abschluss unseres Besuchs durften wir einige der Schüler persönlich kennenlernen. Da sie gerade Deutsch lernen, stellten wir einfache Fragen wie „Wie heißt du?“ oder „Was ist deine Lieblingsfarbe?“. Die Gespräche waren kurz, aber sehr offen. Die Schüler wirkten interessiert und freundlich, und auch wir haben uns gefreut, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Nach diesem Austausch war es Zeit zu gehen. Wir waren uns alle einig, dass dieser Besuch sehr eindrucksvoll war und wir gerne weiterhin den Kontakt zur AfA halten möchten. Deshalb haben wir beschlossen, einen weiteren Besuch zu planen, bei dem die Schüler aus der AfA zu uns an die Schule kommen sollen, so wie wir es auch schon im letzten Jahr einmal gemacht haben.

Wer gerne mehr über unsere AfA erfahren würde, kann auch die offizielle Website ( https://www.landkreis-kusel.de/buergerservice-und-verwaltung/themen/auslaenderwesen/aufnahmeeinrichtung-fuer-asylbegehrende/ ) besuchen.

(Sophie Dantas Gouveia Kunz)