Schulprojekt „Demokratie und Rechtsstaat“ der Klasse 10d am 11.12.2025

Die AGENTEN  DES  RECHTSSTAATS, der gepflegten Debatte, kamen an die Schule und die „Schüler“ der Klasse 10d liefen zur Höchstform auf, weshalb sie in den höchsten Tönen von unseren kompetenten Fachleuten bzw. Gästen gelobt wurden. Von 8 Uhr morgens bis 13.30 Uhr stellten sich unsere Schülerinnen und Schüler der Herausforderung Unterricht auf eine andere Weise zu erleben … Ohne das Engagement unserer „jungen Demokraten“ hätte das Projekt nicht „gezündet“. Jetzt wissen wir, dass es auf jeden Einzelnen, Mann wie Frau, ankommt, dass jede Stimme bei der Wahl zählt, dass Demokratie von der Mitarbeit seiner Bürgerinnen und Bürger lebt, nicht nur im Ehrenamt, sondern in der Verteidigung und Wertschätzung unseres Rechtsstaates, sogar schon, wenn wir Zivilcourage zeigen, wenn andere uns nicht respektvoll begegnen, Grenzen unserer freiheitlichen Grundordnung überschreiten, demokratische Spielregeln nicht einhalten. Alle Menschen sind nach dem Grundgesetz (Artikel §3) vor dem Gesetz gleich (Ausnahme: Menschen mit Behinderung/Beeinträchtigung). Aber §18 GG erinnert uns daran, dass die uns verbürgten Grundrechte in den Paragraphen 1 bis 19 auch verwirkt werden können. Demokratie lebt von der Debatte, vom Austausch der Argumente, vom Ringen nach den bestmöglichen Lösungen, um Probleme, die alle Bürgerinnen und Bürger angehen, zu lösen. – Außerdem beschäftigten wir uns mit der Aufarbeitung der DDR-Diktatur. Unser Zeitzeuge, der erfolgreiche Turner Wolfgang Thüne, ermahnte uns am Schluss: „Wenn wir in der Demokratie schlafen, wachen wir in der Diktatur auf!“ Ihm ist die Flucht gelungen aus der DDR, während der sportlichen Wettkämpfe bei der Europameisterschaft in Bern/Schweiz, Eberhard Ginger half ihm bei der Flucht. Darüber hätten wir gerne mehr gehört. Die Republikflucht galt als Hochverrat, als Fahnen-flucht. Zu eineinhalb Jahre Gefängnis in Abwesenheit wurde er in der DDR verurteilt. Frau und Tochter ließ er zurück. Auf die Gesundheit der Sportler wurde oft keine Rücksicht genommen, er sollte Turnübungen einüben, die lebensgefährlich waren, bei denen man sich den Hals brechen konnte! Später in der BRD wurde Wolfgang Thüne, heute 76 Jahre alt, sogar deutscher Meister. Als er bei der Weltmeisterschaft hinter Ginger nur Zweiter, Silbermedaillengewinner wurde, wurde er von Erich Mielke, dem Chef der Staatssicherheit, verächtlich mit den Worten empfangen: „Du hast den Krieg verloren gegen unseren kapitalistischen Erzfeind, die BRD, du hast ideologisch total versagt!“ Wer gegen die sozialistische Staatsdoktrin verstieß, wurde abgestraft in der DDR. Es wurde ein Exempel statuiert bei einem Sportler, welcher eine westliche Zeitschrift las, er wurde aus der Turnriege, aus der DDR-Mannschaft geworfen und fortan als Staatsfeind drangsaliert, um andere abzuschrecken. Zudem sprachen wir über Mauerschützen und SED-Funktionäre des Politbüros …

Wir erfuhren etwas vom Marshallplan der US-Amerikaner, den Stalin ablehnte, somit gab es keine wirtschaftliche, finanzielle Unterstützung der DDR von Seiten der USA. – Wir erfuhren von dem beeindruckenden Journalisten Marcus Kiesel etwas über „hate-Speech“ und „Politiker-Bashing“. Er ermutigte unsere Schüler, -innen, sich ihrer Haut zu wehren, wenn ihre Rechte bei Lauschangriffen und Fotografieren oder Mobbing verletzt werden sollten! Sie sollten eine Anzeige erstatten (siehe Meldeportale online). Wir beschäftigten uns mit dem Themenbündel „Sicherheit – Freiheit – Vertrauen – Zensur- Internationaler Datenverkehr“, auch „Staatstrojaner“ und Stasiakten fanden Erwähnung.  Aufpassen, wem du deine E-Mail anvertraust! Was man doch Alles aushorchen kann. In Diktaturen ist das Ausspionieren, „Horch und Guck“, an der Tagesordnung! Vorsicht ist geboten bei „cookies“! – Wir diskutierten miteinander: die eine Gruppe war der Staat, die Regierung als Wächter der Ordnung und verantwortlich für die Gesetzgebung und die innere Sicherheit. Die andere Gruppe war das Volk, das nicht so reglementiert werden wollte mit Gesetzen und Verordnungen. Ein „Highlight“ war, dass zwei kluge Richter uns Rede und Antwort standen, der Präsident des Landgerichts Kaiserslautern, Markus Gietzen und Herr Hager (Zivil-, Familiengericht) vom Amtsgericht Kusel.

(Karl-Ernst Eichert)