9. Klassen am 2. Siebenpfeiffer-Tag: Stolpersteine

Wieder fand in der Nähe des Holocaust-Gedenktages (27.1.) der diesjährige Siebenpfeiffer-Tag für die 9. Jahrgangsstufe zum Thema „Stolpersteine/jüdisches Leben in Kusel“ statt.

Die vier Klassen beschäftigten sich zunächst mit der Bedeutung des Erinnerns allgemein und spezifisch in ihrem persönlichen Leben. Anschließend wurde diese Thematik am Beispiel des Holocaust-Mahnmals in Berlin vertieft und unterschiedliche bis kontroverse Meinungen dazu reflektiert und diskutiert. Eine Internetrecherche zur Intention der Stolpersteine und ihrer Verlegung in Kusel konkretisierte die Thematik. Der den Vormittag abschließende Rundgang zu den Häusern Kusels, vor denen Stolpersteine verlegt sind, ließ das Geschehen und Verbrechen an Menschen der Kleinstadt nachvollziehbar werden. An jedem Stolperstein wurde neben der entsprechenden Information ein kleines Gedenken abgehalten, indem ein passendes Zitat, das das Unrecht benannte und zu Zivilcourage in der Gegenwart ermutigte, vorgelesen wurde. Dazu wurde jeweils eine Rose abgelegt.

Die Thematik dieses Tages will nicht nur den Blick auf Vergangenes richten, sondern auch Mut machen, bei dem zunehmenden Antisemitismus in unserem Land die Stimme zu erheben.

Neu war in diesem Jahr, dass Bürgerinnen und Bürger zu diesem Vormittag eingeladen waren, was auch rege genutzt wurde und bereichernd war.

Einige Originalaussagen von Schülerinnen und Schülern in der Abschlussrunde:

„Ich wusste noch gar nichts von den Stolpersteinen.“

„Es war erschreckend, dass so etwas in Kusel geschehen ist.“

„Es war interessant, dass so viele der Wohnhäuser noch da sind und deshalb die Zeit durch die Stolpersteine nicht in Vergessenheit geraten wird.“

„Es ist erschreckend, wie schnell und wie leicht sich Menschen zu solchen Taten hinreißen lassen.“

Am Abend lud – abschließend zu diesem Tag – Dr. Torben Burkart, Religions- und Lateinlehrer der hiesigen Schule, zu einem Vortrag ein, der sich mit der Haltung der Evangelischen Kirche im Nationalsozialismus befasste. Differenziert stellte er die Ambivalenz der Kirche hinsichtlich des „ Kirchenkampfes“  und der „Judenfrage“ heraus. Eine anschließende rege und interessante Diskussion rundete den Vortrag ab.

(U. Reh)