18.11.2016
Kategorie: Anti-Rassismus-AG, Startseite, Presseschau
Von: eingestellt von S. Jaqui

Rappen gegen Rassismus


Workshop mit dem Freiburger Hip-Hop-Duo „Zweierpasch“ – Teilnehmer schreiben eigene Lieder

Von Hannah Kaiser

„Rap gegen rechts“ – so war der Hip-Hop-Workshop überschrieben, der am vergangenen Wochenende im Kuseler Mehrgenerationenhaus stattfand. Organisiert wurde dieser von Musikantenlandpreisträger Martin Folz und der Anti-Rassismus-AG des Siebenpfeiffer-Gymnasiums Kusel. Die jugendlichen Teilnehmer hatten die Möglichkeit, zusammen mit dem Freiburger Hip-Hop-Duo „Zweierpasch“ einen eigenen Rap-Song zu schreiben und diesen sonntags beim Abschlusskonzert zu präsentieren.

Wie schon das Motto „Rap gegen rechts“ verdeutlicht, haben sich die Teilnehmer mit aktuellen Gesellschaftsthemen auseinandergesetzt und sie in ihren Texten verarbeitet. „Ziel ist es, zusammen mit den Jugendlichen gegen Rassismus vorzugehen und sie ihre eigenen Texte schreiben und Ideen mit einbringen zu lassen“, erklärte Musikantenlandpreisträger Martin Folz. „Wir wollen in diesem Workshop mit den Teilnehmern improvisieren und sie kreativ sein lassen“, ergänzte er. „Hip-Hop ist die Sprache der Jugendlichen, Hip-Hop ist aktuell. Man kann Botschaften einfach viel direkter vermitteln“, erklärte er.Da Martin Folz das Hip-Hop-Duo „Zweierpasch“ schon von einem anderen, gemeinsamen Projekt kannte und von dessen Musik und Texten begeistert ist, stand für ihn von Anfang an fest, dass sie bei dem Workshop mitwirken sollten. „Es ist einfach beeindruckend, wie die Jungs mit der Sprache jonglieren“, schwärmte Folz. Schon seit 2006 bietet das Duo, das sich aus den Zwillingsbrüdern Felix und Till Neumann zusammensetzt und deutsch-französischen Hip-Hop macht, pädagogische Rap-Projekte an. Dabei soll über Rhythmus und Sprache der grenzüberschreitende, interkulturelle Austausch gefördert werden. Mit ihrer Musik wollen sie verschiedene Völker verbinden und jungen Leuten einen offeneren Blick vermitteln. Ihre Projekte stehen für Toleranz und Gemeinschaft. „Wir machen viele grenzüberschreitende, musikalische Bildungsprojekte und geben Konzerte im Ausland. So waren wir zuletzt in der Ukraine und Kasachstan und planen für 2017 eine große Frankreich-Tournee“, sagte Felix Neumann.

In Kusel war das Hip-Hop-Duo nun allerdings zum ersten Mal. Der Einladung von Martin Folz waren die beiden Musiker aber gerne gefolgt. „Wir wollen mit den Teilnehmern heute Texte schreiben, in denen ihre eigenen Ideen zum Thema Rap gegen rechts Platz finden“, ergänzte er. „Die Botschaft, die wir den Menschen hier vermitteln wollen, ist: Kusel bleibt bunt! Zusammen ist man stärker! Es ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig, weltoffen zu sein!“, so der Rapper. Natürlich sind Ziel des Hip-Hop-Workshops selbst geschriebene Songs. „Doch wir wollen auch zeigen, wie man mit Musik ein Zeichen setzen und Wirkung auf andere ausüben kann.“

„Man braucht schon Courage, um sich zu trauen, kreativ zu sein und vor vielen Leuten zu rappen“, erklärte Martin Folz. Sechs solche couragierte Teilnehmer übten am Wochenende das Rappen und arbeiteten zusammen mit „Zweierpasch“ an ihren Songs. „Ich möchte mit dem Konzert ein Zeichen setzen und zeigen, dass man mit Rap viele Menschen erreichen kann“, sagte Teilnehmerin Jil Biedinger, die auch Mitglied der Anti-Rassismus-AG des Siebenpfeiffer-Gymnasiums Kusel ist. „Außerdem hoffe ich, dass das Konzert gut ankommt, sodass nächstes Mal noch mehr Leute zu solch einem Workshop kommen“, äußerte sie den Wunsch.

„Meine Teilnahme war eine völlig spontane Idee. Durch Facebook bin ich auf den Workshop aufmerksam geworden und habe mich kurzfristig dazu entschlossen, teilzunehmen“, erklärte Nelson Ziehmer. „Ich war früher in einem Jugendchor und höre auch viel Hip-Hop“, begründete der Kuseler seine Teilnahme. „Auf YouTube hatte ich Videos von ,Zweierpasch’ gesehen und finde ihre Texte total interessant. Sie sind viel anspruchsvoller als die anderer Rapper“, erzählte er begeistert. Erwartungen an den Workshop hatte er keine: „Ich lasse mich einfach überraschen.“

veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Nr. 266
Datum Dienstag, den 15. November 2016
Seite 12