30.01.2021
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Von: S. Jaqui

Stets genügend Wind in den Segeln und eine Handbreit Wasser unterm Kiel - ahoi, Frau Kapitänin


Am 29.01.2021 um 12.00 Uhr fand in der Mensa des Siebenpfeiffer-Gymnasiums die Ver­abschiedung von Schulleiterin und Oberstudiendirektorin Angelika Gröneveld-Olthoff in ei­nem kleinen Kreis statt. Aufgrund ihrer ostfriesischen Wurzeln, ihrer Vorliebe für Wasser und Meer, war Wasser- und Seemannsmetaphorik ein verbindendes Element der einzel­nen Beiträge.

Ein Musikvideo mit vielen Fotos und Collagen stimmte in die Veranstaltung ein: Frau Grö­neveld-Olthoff inmitten von unterschiedlichen Schüler_innengruppen und Kolleg_innen bei Preis- und Urkundenverleihungen, Geburtstags- und Jubiläumsgratulatio­nen, Fachschaf­ten, Verabschiedungen, Abiturfeiern und Schulfesten. Diese beispielhafte Aufzäh­lung gibt bereits einen Einblick in das vielfältige Wirken und in die Präsenz von Frau Gröneveld-Olt­hoff im Schulleben des SGKs. Ihr war es immer wichtig, besonderen Aktionen, Ereignissen oder Momenten Respekt zu erweisen. Das wurde durch die Aus­wahl der Fo­tos bestens illustriert.

Der stellvertretende Schulleiter Marco Schneider eröffnete die offizielle Verabschiedungs­feier. Nach einer Begrüßung erzählte er kleine persönliche Anekdoten aus der gemeinsa­men Arbeit mit Frau Gröneveld-Olthoff. Bereits in der ersten Begegnung im Schulaus­schuss, in der sich Frau Gröneveld-Olthoff als zukünftige Schulleiterin vorstellte, wurde klar, dass beide die gleiche Auffassung von Schulgestaltung hatten und Herr Schneider sogleich vom Esprit und den mitreißenden Beschreibungen, wie Schule entwickelt und vorangebracht werden kann, begeistert war. Von Anfang an war die Zusammenarbeit von großem Vertrauen und Miteinander geprägt, dieses wurde in einigen außerdienstlichen Veranstaltungen und Unternehmungen noch gestärkt, auf die Herr Schneider „in diesem Rahmen nicht näher eingehen möchte“. Er schloss die Ansprache mit einem plattdeut­schen Gruß, den wohl nur die Schulleiterin und ihre Familie verstanden hat.

Im Anschluss übernahm Herr Harz von der ADD Trier den offiziellen Part der Veranstal­tung. Er ließ es sich nicht nehmen zu betonen, dass es jetzt seine Aufgabe sei, Frau Grö­neveld-Olthoff in den Ruhestand zu verabschieden, auch wenn man das Gefühl haben könnte, dass dies schon erfolgt war. Eingangs benannte er die vielen Stationen des schuli­schen Werdegangs von Frau Gröneveld-Olthoff: Abitur in Emden, Studium in Oldenburg, Lehrerausbildung in Jever, Tätigkeiten an verschiedenen Sprachschulen, Nachhilfeinstitutio­nen, Lehrtätigkeit und Mitarbeit im Schulvorstand der Deutsch-Amerika­nischen Schule in Kalifornien, Hauptschulen in Kaiserslautern, Sickingen-Gymnasium Landstuhl, Reichswald-Gymnasium Ramstein (Mittelstufenleiterin), Heinrich-Heine-Gym­nasium Kaiserslautern (MSS-Leiterin), Schulleiterin am Göttenbach-Gymnasium Idar-Oberstein und schließlich am Siebenpfeiffer-Gymnasium Kusel. Herr Harz erwähnte ne­ben vielen gemeinsamen Erlebnissen aus dem Schulleben die Eigenschaften von Frau Gröneveld-Olthoff, die er im Laufe der Jahre schätzen gelernt hat. So charakterisierte er die zu verabschiedende Schulleiterin als unermüdliche, engagierte, verlässliche, entschei­dungssichere, lebhafte Schulleiterin mit einer lobenswerten Dienstauffassung, die auf­grund ihrer gradlinigen Urteilskraft vor Problemen nicht zurückschreckte und zielstrebig ihren Standpunkt vertrat. Als Beispiele nannte er den Prozess der Namensfindung des Gymnasiums sowie die angestrebte Auflösung der GOS. Neben diesen Entwicklungspro­zessen sei es ihr in vielen anderen Bereichen gelungen, das Schulleben und die Schul­qualität nachhaltig zu prägen. Dennoch sei die Schulleiterin in ihrem Auftreten stets freundlich mit einer positiven Ausstrahlung gewesen und ihrem Kollegium mit Respekt und Wertschätzung begegnet. Herr Harz hatte als Überraschung zugleich die Urkunde für Herrn Schneider dabei, die ihn ab 1.2.2021 zum kommissarischen Leiter des Sieben­pfeiffer-Gymnasiums Kusel ernennt. Der Referatsleiter der ADD Herr Epp überreichte im Anschluss der aus dem Dienst scheidenden Schulleiterin das Schreiben der Ministerpräsi­dentin Malu Dreyer, das sie mit Ende des Monats Januar in den Ruhestand verabschiedet.

Die Fachschaftsvorsitzenden Frau Koch (Englisch), Frau Kaindl (Geschichte) und Herr Berwanger (Sozialkunde) verabschiedeten sich ebenfalls in einem Videoclip unter der Überschrift „When I [we] see you again“ von ihr als Kollegin. Höhepunkt war die zeitgleiche digitale und analoge (überbracht von Frau Drum) Überreichung eines Blumenstraußes. Die Fachschaften freuen sich darauf, sich gebührend von Frau Gröneveld-Olthoff im Som­mer unter anderen Bedingungen persönlich zu verabschieden, denn „we only part to meet again“.

Herr Stefan Weber, Schulleiter des Veldenz-Gymnasiums Lauterecken, trug zunächst die Grußworte der Bezirksdirektor_innenversammlung Trier/Westpfalz vor, bevor er persönli­che Worte an die scheidende Schulleiterin richtete. Der Austausch in der „Selbsthilfegrup­pe Schulleitung“ habe ihm stets sehr gut getan wie auch die Gespräche auf den gemein­samen Fahrten nach Trier, in denen ehrlich, offen, selbstkritisch und konstruktiv die Situati­on der Nachbarschulen reflektiert wurde. Als Sprecherin dieser Versammlung setzte sich Frau Gröneveld-Olthoff insbesondere in der Corona-Krise dafür ein, dass die schulischen Anliegen bei Beschlüssen im Ministerium Gehör und Beachtung fanden. Als Geschenk brachte er eine Zeichnung von Pippi Langstrumpf mit, die den „frechen, wilden und wun­derbaren“ Charakter der Schulleiterin verbildlichen sollte.

Aktuelle und auch ehemalige Mitglieder und Leiter_innen der Anti-Rassismus-AG bedank­ten sich mit Statements in einer Video-Botschaft für die grenzenlose Unterstützung von vie­len Aktionen und der geleisteten Demokratieerziehung und Persönlichkeitsförderung.

Die Vorsitzende des Schulelternbeirates Frau Köhler sprach Frau Gröneveld-Olthoff Dank für die langjährige Zusammenarbeit aus, die durch eine den Elternanliegen offene, zu­gewandte Haltung und Gesprächsbereitschaft gekennzeichnet war. Die Eltern haben ge­spürt, dass sie in ihren Sorgen und Fragen ernst genommen wurden. Gerade in der kri­sengeprägten Corona-Zeit habe sich das Funktionieren der engen Zusammenarbeit ge­zeigt. Frau Köhler bedankte sich, dass die Schulleiterin stets alle Mails und Anfragen von Eltern beantwortet und somit ein großes Vertrauen aufgebaut hat.

Die Sekretärinnen unserer Schule Frau Bayer, Frau Drum und Frau Klein-Trautmann wandten sich in einem Gedicht voller Achtung an ihre Kapitänin. Sie hoben mit Dank hervor, was sie für Schiff und Mannschaft alles geleistet und dass sie größe­re Karambolagen vermieden habe. Auch wenn ihre Kapitänin jetzt von Bord ginge, versu­chen sie das Schiff auf Kurs zu halten. Die Kapitänin a.D. habe nun die Aufgabe, sich mit dem zu befassen, was wirklich wichtig sei.

Die SV-Spitze Fiona Jung, Sonja Maurer (beide in Videobotschaften) und Sophie Feucht­ner (anwesend) würdigten die große Unterstützung von Frau Gröneveld-Olthoff bei vielen Projek­ten. Sie sei eine Schulleiterin mit Herz gewesen, die dem Engagement von Schüler_innen mit Wertschätzung begegnet sei und in Schüler_innen Stärken gesehen und gefördert habe.

Das Team der erweiterten Schulleitung bedankte sich in zwei Videoblöcken auf ganz indi­viduelle Weise. Inhaltlich hatten alle Einspieler etwas gemeinsam: Sie sprachen ihrer Che­fin Anerkennung aus für die intensive, konstruktive Zusammenarbeit, den großen Zusammen­halt im Team, in dem offen und zum Teil auch kontrovers diskutiert wurde und dennoch alle Probleme gemeinsam gemeistert wurden. Neben der Arbeit kam das Persönliche nie zu kurz, in Freizeitunternehmungen und Retreats wurden die privaten Bande gefestigt, und es blieb genug Zeit für Humor und Freude. Frau Gröneveld-Olthoffs große Unterstützung und Förderung in den verschiedensten Belangen wurde hervorgehoben, ebenso ihr großes menschliches Verständnis. Als Mentorin und Vorbild habe sie in all den Jahren ihr Team stark geprägt. Diese Inhalte wurden metaphorisch auf unterschiedlichste Weise dargebo­ten. Da (Rock-) Musik im Leben der Schulleiterin eine wichtige Rolle spielt, wurden unter­schiedlichste Songs ausgewählt und in verschiedenen Varianten gesungen, umgetextet, gespro­chen und individuelle Botschaften (ein-)gespielt. In einem waren sich alle einig: Die Chefin hat das SGK gerockt!

Schließlich ließ sich die Schulleiterin nicht die Gelegenheit nehmen, ein letztes Mal zu ih­rer Mannschaft zu sprechen. Rückblickend nannte sie noch einmal wichtige Etappen ihrer Schullaufbahn und dankte allen für die loyale Unterstützung und Wertschätzung, mit der man ihr begegnet sei. Für die ihr hier zugeschriebenen Charaktereigenschaften habe sie vor allem in ihrer „Männerwirtschaft zuhause“ viel gelernt, die Männer-WG habe sie für ihre berufliche Laufbahn maßgeblich geprägt. Auch sei die nahezu 40-jährige Ehe mit ei­nem Informatiker sehr dienlich gewesen, die schulische Zusammenarbeit mit Informatikern zu verstehen und zu meistern. Wohingegen diese mit ihr als Frau – mit „viel Wort und Text und einigen Graubereichen“ – wohl so ihre Schwierigkeiten gehabt hätten. Nun verlässt sie das Schulschiff gerne, mit dem Gefühl, dass alles nachhaltig gesichert sei. Sie freue sich darauf, keine To-Do-Listen und Excel-Tabellen mehr abarbeiten zu müssen. Die letz­ten Grußworte wurden auf Plattdeutsch gesprochen und dankenswerterweise sogleich ins Pfälzische übersetzt: „Sooo, alleweil - dank isch eisch fer das sscheene Feschd“.

Das musikalische Outro zu Udo Lindenbergs „Stärker als die Zeit“ ließ dann doch noch et­was Wehmut und Emotionen aufkommen. Passend zu Hintergrundfotos und Songtext überreichten die Mitglieder der Schulgemeinschaft und die Gäste eine weiße Rose an ihre verabschiedete, nun frisch pensionierte Schulleiterin - trotz reduzierter Personenzahl und Corona-Bedingungen war es ein abwechslungsreicher, gelungener und dem Anlass gemäß wür­devoller Abschied.