09.04.2019
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Von: S. Jaqui

Eltern-Schüler*innen-Abend Suchtprävention: Kommunikation, gegenseitige Wertschätzung und Respekt


Am 8.4.2019 fand ein Eltern-Schüler*innen-Abend zum Thema Suchtprävention mit dem Suchtberater Mathias Sadowski vom Haus der Diakonie in Kusel statt. Denn das Thema „Sucht“ geht uns alle an: Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten/Kreisen können von Sucht/Abhängigkeit betroffen sein. Jugendliche beginnen häufig bereits im Alter zwischen 12 und 15 Jahren Alkohol, Tabak oder Drogen zu probieren.

Dem Abend vorausgegangen war die Teilnahme der 7. Klassen am PIT-Programm (Prävention im Team) mit der Polizei Kusel. Dieser Abend sollte nun Eltern und Schüler*innen gemeinsam aus einer etwas anderen Perspektive informieren, sodass im Anschluss an den Abend ein innerfamiliäre Austausch stattfinden kann.

Mit sehr viel Erfahrung, vielen Beispielen aus seiner Berufspraxis und oftmals sehr anschaulich, einprägsam und teilweise auch drastisch ging Herr Sadowski unter anderem auf folgende Fragen ein:

• die Wirkung von psychoaktiven Substanzen (Gesundheitsrisiken, Abhängigkeitspotenzial, Suchtgefahr, besondere Risiken für Heranwachsende)

• Entstehung von Sucht / Abhängigkeit (Bedingungen, Einflussfaktoren, Definition)

• Hilfen für Betroffene und Angehörige.

Gleich zu Anfang wurden die Zuhörer aufgefordert zu unterbrechen und Fragen zu stellen. Aufgrund der lockeren Atmosphäre fand dieses auch tatsächlich statt, sodass immer direkt auf Fragen eingegangen werden konnte.


Im zweiten Teil ging es um spezifische Fragen der Pubertät:

• Wie damit umgehen, wenn Eltern merken, dass ihr Kind Drogen konsumiert, raucht oder Alkohol

missbraucht?

• Wie können Eltern ihren Kindern dabei helfen, eine kritische Distanz zu Rauschmitteln zu entwickeln bzw. einen vernünftigen Umgang mit Alkohol zu erlernen?

Eine Antwort auf diese Fragen ist nicht klar und eindeutig zu geben. Immer wieder wies Herr Sadowski darauf hin, wie wichtig es ist mit seinen Kindern zu sprechen und zu reden, ihnen zuzuhören und sich für sie zu interessieren. Gerade in der speziellen Zeit der Pubertät wollen sich die Jugendlichen erproben, strenge Verbote bewirken nichts, wer etwas ausprobieren will, tut es – so ist seine Erfahrung. In der Regel erfahren Eltern erst zwei Jahre später, wenn das Kind raucht, zuviel trinkt oder Drogen konsumiert. Daher sei eine offene Kommunikation, ein Umgang der Wertschätzung und des Respekts eine gute Basis für Vertrauen zwischen Eltern und Kindern.

Wenn dann gemerkt wird, dass das Kind einmal etwas ausprobiert hat, sei es besser mal ein Auge zuzudrücken, wenn man mit dem anderen Auge klar sieht. Entscheidend sei ein Gelingen der Herausforderung immer in guter Beziehung zu seinen Kindern zu bleiben - das sei nicht leicht. Eine Mutter bemerkte zu Recht, auch Eltern müsse die Chance gegeben werden mit ihren Kindern zu lernen und gemeinsam die Pubertät zu durchstehen.