27.10.2018
Kategorie: Biologie, Startseite, Presseschau
Von: eingestellt von S. Jaqui

Kuselbach „ist noch zu retten“


Kusel: Siebenpfeiffer-Gymnasium übernimmt Patenschaft – Bei Untersuchungen naturwissenschaftliches Arbeiten kennengelernt

Von Helen Rapin

Ist der Kuselbach noch zu retten? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Bachpaten des Siebenpfeiffer-Gymnasiums. Am Dienstag unterschrieben die beteiligten Schüler zusammen mit den Lehrern und Vertretern von Kreis und Land den offiziellen Bachpatenschafts-Vertrag.

Die Bachpatenschaften sind ein Projekt im Rahmen der „Aktion Blau“. Das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten bemüht sich mit dieser Aktion, die europaweite Vorgabe, die Gewässerqualität zu verbessern, umzusetzen. Derzeit gibt es Patenschaften für 2760 Kilometer Flusslandschaften in Rheinland-Pfalz.Die Schüler der achten und zwölften Klassen des Gymnasiums sind schon seit Wochen dabei, in unterschiedlichen Aktionen den Kuselbach zu untersuchen. Dazu haben sie zusammen mit den Biologielehrern Theresa Schwarz und Karl Trossen-Wannninger Daten erhoben, diese ausgewertet und einen Abschnitt des Baches von Unrat befreit.

Bei der Vertragsunterzeichnung sahen sich die Schüler nach der Begrüßung durch Schulleiterin Angelika Gröneveld-Olthoff gemeinsam mit den Lehrern, der Elternvertretung und den Vertretern der Politik den entmüllten Abschnitt auf Höhe des Sportplatzes an. Die Vorstellung der Koordinatorin des Projektes, Theresa Schwarz, sowie die Präsentation der Ergebnisse der Schüler verlegte man wegen der frischen Temperaturen lieber wieder nach drinnen.

Nach einem musikalischen Auftakt der offiziellen Feier, den Marisa Kauf und Angela Hesse am Klavier gestalteten, schilderte Schwarz die Zielsetzung des Projektes: Neben dem vorrangigen Ziel, die Wasserqualität des Kuselbaches zu verbessern, spielt für sie ebenso die Sensibilisierung für den Umweltschutz eine tragende Rolle. Die Schüler lernten durch die Patenschaft eine handlungsorientierte naturwissenschaftliche Arbeitsweise kennen. Große Veränderungen fingen im Kleinen an, erklärte Schwarz.

Laura Becker, die die Mainzer Studienstufe 12 besucht, klärte über die Ergebnisse der Gewässerexkursion auf: Der Bach sei durch seine Begradigung wenig naturnah. Auch die chemische Zusammensetzung sei schlecht. Allein die unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten und die erstaunliche Artenvielfalt hätten dem Bach eine mittlere Position im Gesamtergebnis gebracht: „Er ist noch zu retten“, kommentierte Laura Becker.

Eva Maria Finsterbusch vom Landesamt für Umwelt machte den Anwesenden Mut: Man müsse immer das ökologische Potenzial vor Augen haben. Die Frage sei, was der Kuselbach erreichen könne. Für diese große Aufgabe brauche man natürlich auch viele Partner. Neben Experten seien das die helfenden Hände der Schüler, finanzielle Unterstützung durch die Kommunen und ganz wichtig: den gemeinsamen Wunsch, etwas zu verbessern. Auch für sie gehöre deshalb globales Denken und lokales Handeln zusammen.

Auch Landrat Otto Rubly freut sich über die Patenschaft und die fleißige Mithilfe der Gymnasiasten. Er ist der Meinung, dass man Natur erleben muss, um einen guten Umgang mit ihr zu finden. Besonders der Praxisbezug für die Schüler und die Entlastung der Kreisverwaltung, die auf kommunaler Ebene mit dem Gewässerschutz betraut ist, würden wohlwollend aufgenommen. Für einige Abschnitte der Lauter und des Glans gebe es bereits Bachpaten. Jetzt müsse man nur noch Paten für den Abschnitt von Rammelsbach bis Altenglan finden, wo es momentan noch keine gibt. Das weitere Vorgehen erfolgt in Abstimmung mit der Kreisverwaltung Kusel.

Nachdem Otto Rubly, Cedric Cappel als Vertreter der Schüler, sowie Theresa Schwarz und Achim Seyler als Schulelternsprecher den Bachpatenschafts-Vertrag unterschrieben hatten, sorgte das Stück „Wassertropfen am Bach“ von Wolfgang Amadeus Mozart für einen passenden Abschluss.

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Westricher Rundschau - Nr. 248
Datum Donnerstag, den 25. Oktober 2018
Seite 18