05.02.2019
Kategorie: Religion und Ethik, Startseite
Von: Ulrich Reh/eingestellt von S. Jaqui

Ehemalige Schülerin berichtet von ihrer Arbeit in den Favelas


Am 29. und 30.1. kamen Schülerinnen und Schüler der 10. -13. Jahrgangsstufe in den Genuss eines besonderen Vortrages durch Jenny Dietz und das brasilianischen Ehepaar Elisangela und Damiao Teles.

Jenny Dietz ist eine ehemalige Schülerin unserer Schule, die 2014 das Abitur gemacht hat, anschließend ein Praktikum über das Evangelisationsteam Brasilien (ETB) im Süden dieses Landes absolvierte und nun nach dem Studium der Sozialen Arbeit Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen begleitet ( Rhein-Neckar-Raum). Sie besuchte uns mit dem brasilianischen Missionsehepaar im ev. Religionsunterricht. Gemeinsam informierten sie über die Arbeit in der Favela von Dourados (Bundesstaat Mato Grosso do Sul). Mitten in einer Favela zu leben und zu arbeiten bedeutet für die ehemalige Schülerin wie für das Ehepaar mit ihren Kindern Familien in Armut unmittelbar zu begegnen und sich ihrer Lebenswelt zu stellen.

Zwei Schwerpunkte setzt das Ehepaar Teles, an denen Jenny Dietz mitarbeitete: zum einen die Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die aus Verhältnissen kommen, die von vielfältigen Problemen wie Armut, Drogen und Gewalt gekennzeichnet sind, vor und nach der Schule in der Kindertagesstätte. Hier werden diese jungen Menschen therapeutisch und sozialdiakonisch begleitet und unterstützt. Der zweite Schwerpunkt besteht im Straßenkonzept Metanoia. Ziel des Konzeptes ist es, die Eigenverantwortung der Bewohner*innen der Favela zu stärken im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch verschiedene Projekte (z. B. Gesundheitsaufklärung, Drogenprävention, Besuche in Schulen und Waisenhäusern. In beeindruckender Weise schilderten und verdeutlichten die Referenten anhand einer PPP die Lebenssituation der Menschen in der Favela und das vielfältige Engagement, das sie den Familien entgegenbringen.

Nachhaltig sind ihre Formulierungen geblieben, dass sie Menschen in der Armut „Liebe und Nächstenliebe anbieten“, damit diese „ihre Persönlichkeiten ganzheitlich entwickeln können“ und einen Weg aus der Armutsspirale in eine lebenswerte Zukunft finden.

So meinte Jenny Dietz abschließend auf die Frage, was sie aus der Arbeit in der Favela für sich persönlich mitgenommen habe: „Bescheidenheit für das Leben.“

(genauere Information zu ETB: www.etb-ide.com)

U. Reh