25.01.2019
Kategorie: Startseite, Siebenpfeiffer-Tage, Religion und Ethik
Von: Lina Peiffer/eingestellt von S. Jaqui

9. Klassen am 2. Siebenpfeiffer-Tag: Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus


Der 2. Verfügungstag mit dem Thema „Stolpersteine“ begann für die Klassen 9a/b/c mit einem Impulsvortrag zu jüdischem Leben in der Pfalz durch Herrn Gerlach. Die Verbundenheit der abrahamitischen Religionen – Christentum, Judentum und Islam – wurde in seinem Vortrag ebenso beleuchtet, wie er es auch schaffte, Berührungspunkte mit jüdischem Leben in verschiedenen Ortschaften und Städten in der näheren Umgebung zu Kusel aufzuzeigen. Durch viele Bildbeispiele konnten die Schülerinnen und Schüler verfolgen, wo überall in der Pfalz jüdische Gemeinden in verschiedenen Größen bis zur Zeit des Nationalsozialismus zu finden waren. Auch auf die grauenhaften Zerstörungen der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde hingewiesen und die Folgen für die Juden in der Pfalz wurden aufgezeigt.

In einem weiteren Block im Anschluss an diesen Vortrag recherchierten die Neuntklässler mit Hilfe des Internets Hintergrundinformationen zum Projekt der „Stolpersteine“ durch den Berliner Künstler Günter Demnig oder arbeiteten in Kleingruppen an Kurzreferaten zu den jüdischen Familien, in deren Erinnerung Stolpersteine in Kusel in den letzten Jahren verlegt worden waren.

In einem zweiten regionalhistorischen Impulsvortrag durch Herrn Berndt konnten die gewonnenen Informationen zu den Stolpersteinen vertieft werden. Er berichtete von der Arbeit der Verlegung der Stolpersteine in Kusel, den Vorarbeiten und der Organisation. Die Position der Steine gibt so heute noch an, wo bis zum Nationalsozialismus jüdische Familien in ihren Häusern gelebt haben – ehe sie zu Opfern des NS-Regimes wurden. Herr Berndt nahm sich auch die Zeit, den Schülerinnen und Schülern anhand der Lebensgeschichte der Paula van Es (geb. Bermann) ein Beispiel für ein Leben hinter einem solchen Stolperstein zu geben. Die Biografie der Paula van Es (geb. Bermann) zeigte der 9a/b/c noch einmal eindrücklich, was Verfolgung und Unterdrückung auch in Kusel im Nationalsozialismus bedeuteten, aber was auch die Auseinandersetzung mit Geschichte bringen kann.

Durch eine Begehung in der Kuseler Innenstadt wurde das am Morgen Gelernte noch einmal nachvollzogen. Die drei Klassen gingen in einem Rundgang die verlegten Stolpersteine ab und konnten die vorab vorbereiteten Referate zu den Familien an den ehemaligen Wohnstätten der Personen vortragen. Viele zeigten sich überrascht darüber, dass es so viele Stolpersteine in Kusel gibt, welche man vor der Beschäftigung am Verfügungstag gar nicht wahrgenommen hatte. Diese erkennt man nun aber nicht nur als (Stolper-)Stein, sondern auch als Symbol für das Leben eines Opfers des Nationalsozialismus. Der Vormittag soll auch für Unrecht in der Gegenwart sensibilisieren und zu einer Gestaltung einer menschenfreundlichen Welt ermutigen.

L. Peiffer