17.07.2012
Kategorie: Fahrtenberichte, Startseite
Von: Marco Schneider, Niko Markus

Ardèche-Fahrt 2012


Bei der diesjährigen Studienfahrt der Elftklässler in die Ardeche haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke in einem tagesaktuellen Blog festgehalten:

 

Abschlussbericht zur Ardèche-Fahrt

Womöglich zum Letzten Mal, trafen sich am Sonntagabend, den 17.06.12 um ca. viertel vor neun, 23 actionbegeisterte Schüler und Schülerinnen am Gymnasium Kusel, um mit Herrn Reeg und Herrn Blasko – den betreuenden Lehrern - die langersehnte Studienfahrt an die Ardèche anzutreten. Nachdem Herbert, unser Busfahrer, mit großer Mühe all unser Gepäck im Bus verstaut hatte und jeder „Au revoir!“ gesagt hatte, ging es um halb zehn endlich ab nach Frankreich.
Nach einer zum Teil sehr unbequemen und ermüdenden Nachtfahrt mit Miniclub-Musik, um nur einige Beispiele anzuführen: „Bailando bailando amigos adios, adios es silencio loco“ oder „Come on shake your balla, lalalalala“ ,erreichten wir am Montagmorgen endlich unser Ziel, sozusagen unser Zuhause für die uns bevorstehende Woche: der Campingplatz „Le Vieux Moulin“. Nach dem stärkenden Frühstück des doch irgendwie seltsamen Küchenchefs Horst, ging es auch schon an den Zeltaufbau. Doch auch nachdem diese Hürde erfolgreich überwunden war, unser überaus sympathischer Betreuer Martin sich vorgestellt und uns mit den herrschenden Regeln vertraut gemacht hatte, war an Erholung auch nicht nur in geringster Weise zu denken.

Unser erster Programmpunkt war eine Trekking-Tour, die uns im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein quer durch die wunderschöne Landschaft um den Chassezac herum führte. In der Mittagspause bot man uns dann die Möglichkeit im Wasser zu planschen, sich zu sonnen oder einfach nur zu entspannen. Der Sprung von einem Felsen und ein Aussichtspunkt in schwindelerregender Höhe, waren eindeutig die Highlights dieses ersten supergelungenen Tages. Nach unserer Rückkehr wurden wir dann schließlich noch in das „Labyrinth“ geführt, ein Abschnitt des Flusses, der uns zum Relaxen als sehr geeignet erschien. Der Abschluss des Tages bildete Horsts Abendessen: Spaghetti mit Tomatensoße. Abends lernten wir dann auch noch Christoph kennen, den zweiten Betreuer, der unsere Ankunft morgens verschlafen hatte, da er die ganze Nacht im eigenen Auto ins Camp gefahren war.

Am 2. Tag darauf ging es dann per Bus nach Pied de Borne zur Flusswanderung, oder besser: zum Canyoning. Der Chassezac, ein Nebenfluss der Ardèche, bereitet uns mit seinen über die Jahre entstandenen Wasserrutschen mächtig Spaß und auch das Springen von einer Hängebrücke ließ den Adrenalinspiegel mächtig ansteigen. Nach einer Mittagspause im sogenannten „Paradies“ ging es dann auch schon bald wieder zurück ins Camp, wo uns freie Zeit zur Verfügung stand, bis uns Horst mit seinen doch sehr delikaten Tortellini verwöhnte.

An Tag 3 hieß es nun: Paddeln! Also auf zum Kanufahren auf dem Chassezac. Meist in 2er-Teams kamen wir schon nach kurzer Zeit zu einer Liane, die zahlreichen abenteuerlustigen Elftklässlern den ultimativen Bauchplatscher garantierte. Doch das absolute Sahnehäubchen war das Klippenspringen, aus bis zu 13 Metern Höhe stürzten sich die Sportlichen in die Tiefen des Flusses. Bei einer Pause versuchten sich einige unserer Gefährten am Überqueren des Flusses über eine Slack-Line, was sich als verdammt schwer erwies. Abends gab es dann Gulasch á la Horst und sogar Pudding in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Kaum hatten sich die Muskeln vom vielen Paddeln entspannt, ging es am vierten Tag auf nach Vallon Pont D` Arc, dessen Markt auf dem Tagesplan stand. Viele Euros wurden in Souvenirs, Salami und Anderweitiges investiert und nach dem doch recht kurzen Aufenthalt ging es dann weiter zum Sandstrand. Auch hier war das Springen von Felsen möglich und jeder wusste etwas mit seiner Zeit anzufangen: entspannen, quatschen, schwimmen, toben ... Später wurden wir noch mit der ganzen Gruppe abgelichtet, Bilder, die wir uns immer wieder ansehen werden. Mit dem Bus fuhren wir dann wieder zurück zum Camp, da wir allerdings von einem kräftigen Regenschauer überrascht wurden und manche Zelte den Wassermengen einfach nicht die Stirn bieten konnten, schwankte die gute Stimmung zunächst, doch auch dieser Zwischenfall konnte dem tollen Tag nichts anhaben. Gesättigt durch Horsts Chili con carne und Früchtequark ging es dann ab in die Disco, einheimische Clubs können da nicht mithalten!
Nach einer „durchzechten“ Nacht brach nun der leider schon letzte Tag dieser genialen Fahrt an. Mit Sack und Pack wanderten wir zu einer Felswand, die wir schon wenig später, nach interessanter Einführung erklimmen durften. Jeweils in 3er-Teams wurde uns der wunderschöne Ausblick aus 15 Metern ermöglicht und auch diesmal kam das kühle Nass gerade recht (Vielleicht um den Angstschweiß und die Panik abzuwaschen ?). An diesem Tag begleitete uns Vero, da Christoph schon wieder weiterziehen musste. Als wir Stunden später zu unserem Campingplatz zurückliefen, stand schon der Zeltabbau an. Nachdem wir morgens schon mit Croissants überrascht wurden, gab Horst am letzten Abend noch mal alles: vier Salate –einer leckerer als der andere- und verschiedene Würstchen und Schwenker, die die Lehrer für uns grillten, füllten die leeren Mägen rasch und sogar ein Eis war mit im Speiseplan beinhaltet.
Abends hieß es dann Abschied nehmen! Beim letzten gemeinsamen Treffen im Labyrinth wurden Meinungen ausgetauscht, Kritik geäußert und Abschlussfotos gemacht. Wir alle hatten unseren Betreuer Martin mittlerweile ins Herz geschlossen und so freute es uns sehr, dass wir eine der auserwählten Gruppen waren, die sich in einem Buch, das die Betreuer eingeführt hatten, verewigen durften. Christoph hatte wie schon erwähnt bereits einen Abend zuvor „Auf Wiedersehen!“ sagen müssen.

Als nun alles im Bus war, was leider wieder nach Deutschland musste, hoffte eigentlich jeder doch bitte einfach schlafen zu können. Nach einer langen Nacht kehrten wir dann am Samstagmorgen nach Kusel zurück, wo unsere Liebsten uns schon sehnsüchtig erwarteten. Eine gelungene und aufregende Fahrt neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu.

Abschließend lässt sich zusammenfassen: Keiner der 23 Jungs und Mädels wird die Fahrt wohl so schnell vergessen, jeder Tag war atemberaubend, immer was Neues und immer lustig. Soviel Action werden wir alle erst einmal vermissen! Doch wir haben auch neue Dinge gelernt: zum Beispiel, dass der Fels unser Freund ist oder Bäume und Büsche unsere Götter, vor denen wir uns immer verneigen müssen. Die Knoten beim Klettern wird wohl auch niemand so schnell mehr verlernen, immerhin ging es dabei ums Lehrer erstechen und erwürgen – dem Traum aller Schüler ... und jetzt Herr Reegs Bemerkung: [Ironie!]- und Liebespärchen, die sich im Park küssen. Insgesamt war alles einfach von Anfang bis Ende super, toll, megagenial, witzig, wir haben viel Panaché getrunken, hatten zum Teil ziemlichen Nervenkitzel, oft war es anstrengend, aber  immer eine tolle neue Erfahrung, die auch das Gemeinschaftsgefühl stärkte und bestimmt niemand mehr missen möchte, auch wenn wir viel geschwitzt haben und unter heftigem Sonnenbrand und Mückenstichen litten. Auch die Toiletten ließen viele Wünsche offen, aber auf Hygiene wurde eben nicht allzu viel Wert gelegt, Klopapier und Klobrille sind nicht selbstverständlich! Horst kommt damit super zurecht und obwohl das Essen immer geschmeckt hat, wollen wir lieber nicht hinter die Kulissen schauen. Einziger Kritikpunkt: wir haben zwei EM-Spiele der Deutschen verpasst, aber dafür haben alle Wiener und Londoner die geilste Studienfahrt verpasst!!!

Loreen Kampa, Pablo Panter, Tom Schultheiß