22.06.2017
Kategorie: Ruanda-AG, Presseschau, Startseite
Von: eingestellt von S. Jaqui

Kinder, Pferde und ein Schlagzeug


Kusel: Schüler schreiben über Schüler bei Afrika-Tag

Von Khitam Alhayel und Luis Wittke

Am „Tag für Afrika“ können Schüler ihre Schulbank einen Tag lang gegen einen Arbeitsplatz tauschen. Ihr Arbeitslohn wird an die „Aktion Tagwerk“ gespendet, die sich um Hilfsprojekte in Afrika kümmert. Unsere Schule, das Siebenpfeiffer-Gymnasium Kusel, hat dieses Jahr zum vierten Mal an der Aktion teilgenommen. Wir haben drei Schülerinnen aus unserer Klasse bei ihrer Arbeit besucht und nach dem „Tag für Afrika“ befragt.

Unsere erste Station ist bei Sophie Weingart auf dem Sangerhof. Sie holt gerade einige Pferde von der Koppel, weil der Hufschmied da ist. Sophie wird von 8 bis 16 Uhr arbeiten. Später kommen Reitschüler auf den Hof – dann wird sie beim Aufsatteln helfen. Am „Tag für Afrika“ gefällt ihr, dass man Einblick in einen kompletten Berufstag bekommt und gleichzeitig anderen Leuten helfen kann. Sie könnte sich gut vorstellen, später auf einem Pferdehof zu arbeiten.Fabienne Leibel aus Eßweiler hilft zu Hause. Zwischen 8 und 13 Uhr hat sie sich viel vorgenommen: Sie möchte ihr Schlagzeug und das Auto putzen, den Pool reinigen sowie im Garten helfen. Als wir sie besuchen, gibt sie uns eine Schlagzeug-Vorführung in ihrem schallgedämmten Raum. Sie spielt auch in der Bigband 2 des Gymnasiums. Am liebsten wäre Fabienne, wenn das Geld, das sie verdient, Kindern und Menschen auf der Straße zu Gute kommen würde.

„Mir macht das hier richtig Spaß!“ erzählt Samira Werner, die in der Kita „Waldwichtel“ in Dennweiler-Frohnbach aushilft. Sie gibt zum Beispiel Spielzeug an die Kinder heraus, spielt mit ihnen im Außenbereich. Unter den 17 Kindern des Kindergartens ist auch ihr kleiner Bruder Louis. Seit 8 Uhr arbeitet sie, nach dem Mittagessen um 12.30 Uhr wird ihre Aufgabe beendet sein. Das von ihr verdiente Geld würde Samira gerne in einen Brunnen oder fließend Wasser investiert wissen. In der Kita gefällt es ihr so gut, dass sie gerne in den Sommerferien wiederkommen möchte.

Wie Sophie, Fabienne und Samira finden es die meisten aus unserer Klasse richtig gut, sich einen Tag lang ehrenamtlich für Afrika einzusetzen. Weniger anstrengend als Schule ist so ein Tag allerdings nicht. Uns ist am „Tag für Afrika“ zum Beispiel klar geworden, dass es sehr interessant – aber auch sehr zeitaufwendig – ist, sich vor Ort zu informieren. Alleine für die drei Interviews waren wir knapp drei Stunden unterwegs! Spaß gemacht hat es aber trotzdem. Vor allem finden wir es super, dass unsere Klasse (die 5c) insgesamt 350 Euro verdient hat. Davon könnte man zum Beispiel vier Jugendlichen in Ruanda ein Jahr lang eine Berufsausbildung bezahlen und zusätzlich zehn Familien, ebenfalls ein Jahr lang, mit Saatgut für einen Gemüsegarten versorgen.

Einmal in die Redaktionsräume der RHEINPFALZ hineinschnuppern zu dürfen, war natürlich unser persönlicher Höhepunkt. Beim nächsten „Tag für Afrika“ sind wir auf jeden Fall wieder dabei!

Die Autoren

Khitam Alhayel und Luis Wittke sind beide elf Jahre alt und wohnen in Kusel. Ihr Wunsch-Beitrag zum „Tag für Afrika“ war das Recherchieren und Schreiben eines Artikels für und in der RHEINPFALZ über diese Aktion. wop

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Nr. 142
Datum Donnerstag, den 22. Juni 2017
Seite 13