27.02.2016
Kategorie: Startseite, Presseschau, Wettbewerbe
Von: DIE RHEINPFALZ, eingestellt von Niko Markus

Souverän sogar bei den „Geisterrittern“ - Alice Bullert von der IGS Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr gewinnt Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs


Mit Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ hat die zwölfjährige Alice Bullert von der IGS Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr die Jury überzeugt: Beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs im Siebenpfeiffer-Gymnasium Kusel setzte sie sich am Montagabend gegen fünf weitere Teilnehmer durch. Jetzt wird sie am Bezirksentscheid teilnehmen.

Der Vorlesewettbewerb, der seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet wird und an dem jährlich rund 600.000 Schüler der sechsten Klasse teilnehmen, soll deren Lesekompetenz fördern. „Das hat was mit Motivation zu tun“, erklärt Deutschlehrer Oliver Klaßen, der als Gastgeber des Kreisentscheids durch den Abend leitete. Jurymitglied Claudia Schramm, die die Kreis- und Stadtbücherei leitet, ist sich zudem sicher: „Die Kinder sind motiviert, zu gewinnen und zu lesen. Das fördert die Ausdrucksfähigkeit.“ Außerdem in der Jury vertreten: Kerstin Hegert, ebenfalls Lehrerin am Siebenpfeiffer-Gymnasium, Stephanie von Mosig, Mitinhaberin der Buchhandlung Wolf und Elftklässlerin Christina Windschuh, die den Deutsch-Leistungskurs von Oliver Klaßen am Gymnasium Kusel besucht. Drei Jungs und zwei Mädchen fanden sich am Montagabend in der Bibliothek des Gymnasiums zum Wettstreit ein. Sie kamen von den Gymnasien Lauterecken und Kusel, den Realschulen plus in Altenglan und Glan-Münchweiler sowie der Integrierten Gesamtschule im Südkreis. Wie vom Klassen- bis hin zum Bundesentscheid üblich, lasen die Sechstklässler zunächst eine vorbereitete Textstelle aus einem selbst ausgewählten Buch vor, danach wurde ihnen ein fremder Text vorgelegt.

Neben der Lesetechnik achtete die Jury auch auf das Textverständnis – anhand von Aussprache und Betonung wird ersichtlich, ob das Vorgelesene auch verstanden wurde. Außerdem fassten die Leseratten den Inhalt des Werkes, aus dem sie vorlasen, vorab in wenigen Sätzen zusammen. In der ersten Runde, in der der vorbereitete Text vorgetragen wurde, spielte auch die ausgewählte Textsorte eine Rolle bei der Entscheidung. Für all diese Kriterien wurden dann Punkte vergeben, woraus der Sieger errechnet wurde.

Die fünf Schulsieger hatten jeweils drei Minuten Zeit, um ihren Text zu präsentieren und die Jury von ihren Lesekünsten zu überzeugen. Unterstützt wurden sie von Eltern und Geschwistern.

Die Entscheidung für Alice Bullert begründete Jury-Mitglied Stephanie von Mosig damit, dass die Zwölfjährige beim Fremdtext am sichersten gewirkt habe. Selbst die Hürde der englischen Begriffe bei den „Geisterrittern“ von Cornelia Funke meisterte die Schülerin der IGS souverän. Während in der ersten Runde alle Teilnehmer nahezu fehlerfrei vorgelesen hatten, habe sich dann beim Fremdtext „die Spreu vom Weizen getrennt“, so Oliver Klaßen – es waren deutliche Unterschiede erkennbar.

Der Deutschlehrer war äußerst zufrieden mit dem Kreisentscheid und beschrieb die Leistung der Teilnehmer als „sehr eindrucksvoll“. Besonders positiv aufgefallen war ihm, dass im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wieder mehr Jungs an den Entscheiden teilnehmen.

Zur Frage nach den Chancen von Kuseler Schülern auf einen Sieg auf Bundesebene merkte Oliver Klaßen allerdings an, dass der doch immer wieder herauszuhörende Pfälzer Dialekt sich vielleicht negativ auswirken könnte. (catb)

Quelle: Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Mittwoch, den 24. Februar 2016