01.12.2015
Kategorie: Anti-Rassismus-AG, Presseschau, Startseite
Von: erschienen in der Rheinpfalz am 30.11.2015 | eingestellt v. M. Uhl

"Man muss den Schülern nur den Weg bereiten"


Kusel: Anti-Rassismus-AG des Siebenpfeiffer-Gymnasiums stellt Ergebnisse ihres Flüchtlings-Projektes mit dem Fotografen Brenner vor „Mit viel Herzblut“, so schilderte Stadtbürgermeisterin Ulrike Nagel das Projekt der Anti-Rassismus-AG des Siebenpfeffer-Gymnasiums. In dem Projekt wurden die Herausforderungen der Flüchtlinge im Alltag anhand von Bildern verdeutlicht. Gemeinsam mit 115 Gästen haben Schüler und Lehrer am Freitag die Werke des Fotografen Thomas Brenner und ihre eigenen Malereien der Öffentlichkeit vorgestellt, die schließlich der Erstaufnahmeeinrichtung überreicht wurden. Schon im Juni hatten 150 Sechstklässler die Erstaufnahmeeinrichtung besucht. Dort haben sie durch verschiedene Spiele gemerkt, welche Herausforderungen auf Flüchtlinge im Alltag warten: Sie mussten sich mit ihren Klassenkameraden auf engsten Raum einzwängen. Dadurch erkannten sie, wie eng es Flüchtlinge demnächst haben werden. „Es war viel zu eng und zu klein“, so beschrieb es die Schülerin Pauline Weigel, die gemeinsam mit Alisa Ortlepp die Gäste durch das Programm führte. Alisa Ortlepp erklärte, dass die Kinder die Sache sehr ernst genommen, aber dennoch Spaß dabei gehabt hätten. Fotografiert wurde alles von dem Künstler und Fotografen Thomas Brenner, der an diesem Abend leider verhindert war, da er zeitgleich in Pirmasens ein weiteres Fotoprojekt erarbeitet hat.Marlene Katzenberger-Probst und Florian Jung, Helfer auf dem Windhof, waren zu diesem Abend eingeladen, gemeinsam mit den Flüchtlingskindern Ghenwa, Aya und Mosa, die selbstgemalten Bilder der jetzigen Siebtklässler entgegenzunehmen. Die drei Kinder sind aus Syrien geflüchtet und erst seit einer Woche in Kusel. Sie sprechen Kurdisch und Arabisch, verstehen auch schon ein paar deutsche Wörter. Sie nahmen die Bilder mit Wünschen und Willkommensgrüßen mit einem „strahlenden Lächeln“ entgegen, wie es Ulrich Urschel vom Roten Kreuz beschrieb. Ab Januar stehen auf dem Windhof Schulräume zur Verfügung, in denen die Bilder ausgestellt werden. „Man muss den Schülern nur den Weg bereiten, den Rest machen sie sehr eigenständig“, erklärte der Leiter der Anti-Rassismus-AG, Sven Teuber. Ihn beeindruckte am meisten der Zaun um den Windhof, den er persönlich als „Abgrenzung“ empfand. Andererseits würden die vielen Bäume und die grüne Farbe etwas Positives zeigen. Dazu lief auch eine Button-Aktion, bei der durch Spenden 410 Euro zusammenkamen. Die Kontaktstelle Holler und die Anti-Rassismus-AG verkauften die Anstecker, um den Erlös an eine bosnische Familie und an eine Frau aus Albanien zu spenden. Für nächstes Jahr hat die Anti-Rassismus-AG auch schon weitere Projekte mit Thomas Brenner und dem Musikantenlandpreisträger Martin Folz geplant. (jku)