09.10.2015
Kategorie: Presseschau, Startseite, Anti-Rassismus-AG, Schülervertretung

Beide Lager strikt getrennt - Rheinpfalz | Westricher Teil am 8.10.2015


Kusel: Demonstration gegen NPD-Infostand bleibt friedlich - Polizei den ganzen Tag im Einsatz

Ein NPD-Infostand am Kochschen Markt, eine Gegenkundgebung, zu der eine ganze Reihe von Parteien und Organisation nach Kusel eingeladen hatte: Die Polizei war gerüstet und den gesamten Tag über mit etlichen Beamten im Einsatz. Allein: Die Aktion „Kusel ist und bleibt bunt und weltoffen“ blieb gestern eher im kleinen Rahmen am Blauen Pavillon in der Bahnhofstraße, von der Handvoll NPD-Vertreter und ihrem Stand nahm so gut wie niemand Notiz. Die eine oder andere Schimpftirade durften sich die NPDler zwar anhören, wenn sie versuchten, Passanten am Kochschen Markt von ihrer Sache zu überzeugen. Wirklich viel passierte aber nicht. Ausnahme: Die Anti-Rassismus-AG des Kuseler Siebenpfeiffer-Gymnasiums hielt in der Nähe des Infostandes eine „Open-Air-Sozialkundestunde“ ab. „Das Thema ist Demokratie. Weiterhin werden auch Flugblätter der Widerstandsbewegung ,Die Weiße Rose’ vorgelesen und Transparente präsentiert“, sagte AG-Leiter Sven Teubert. „Menschenrechte statt rechte Menschen“, rief eine Schülerin durchs Megafon und erhielt großen Beifall ihrer Mitstreiter. Nach der Unterrichtsstunde zog die AG weiter zum Blauen Pavillon, um dort die Aktion „Kusel ist und bleibt bunt und weltoffen“ zu unterstützen.„Das ist doch ein totaler Quatsch, was die da machen“, wetterte ein NPD-Vertreter gegen die Gegendemonstration am Blauen Pavillon. Die Polizei hatte den NPD-Vertretern wenig zuvor Platzverweis erteilt. Auch in die andere Richtung ging nichts, beiden Lager bleiben strikt getrennt: Einen „Flashmob“, ein gemeinsames Singen des Ärztesongs „Schrei nach Liebe“, hatten die Initiatoren der Gegenkundgebung um 13 Uhr am Kochschen Markt abhalten wollen – den verlegte die Polizei aber kurzfristig an den „Kusel ist bunt“-Stand in die Bahnhofstraße. Dort waren in der Zeit von 10 bis 17 Uhr stets einige Menschen versammelt, nach „interkulturellem Brunch“ gab es Live-Musik, Redebeiträge und veganes Essen. Alles in allem war – auf beiden Seiten – deutlich weniger los, als die Ordnungshüter erwartet hatten. Die hatten sich vorbereitet, waren sowohl am Blauen Pavillon als auch am Kochschen Markt den gesamten Tag über präsent. Dazu seien eigens auswärtige Einheiten angerückt, schilderte der stellvertretende Kuseler Inspektionsleiter Axel Emser, auch Polizisten in zivil waren unterwegs. Einer der Mitorganisatoren der Gegenkundgebung zeigte sich am Nachmittag zufrieden: „Hier waren zu den besten Zeiten fast 100 Menschen, am Infostand auf dem Kochschen Markt gerade mal die paar Helfer.“ Die Vertreter der rechtsextremen Partei schlugen ihren Stand am Kochschen Markt schon gegen 13.20 Uhr ab. Begleitet von einem Polizeitransporter führte sie der Weg zur Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Windhof, Diese wollten sie sich gerne ansehen – wurden aber am Eingang zum Gelände abgewiesen