12.05.2015
Kategorie: Startseite, Medienkompetenz, Informatik, Presseschau
Von: Eric Fauss | eingestellt v. M. Uhl

Man darf nie schlafen


 

Wir sind digital: Der Einsatz digitaler Lernmittel an Schulen schreitet voran – Nutzung auch im organisatorischen Bereich

Von Eric Fauss

Artikel erschienen in der Rheinpfalz am 12.5.2015

 

„Wir sind in einem Wandel“, so beschreibt Marco Schneider, technischer Leiter des Gymnasiums, die aktuelle Situation an Schulen im Umgang mit technischen Hilfsmitteln im Unterricht. Längst sind Whiteboards oder auch Computer teil des Unterrichts geworden. Die Digitalisierung in den Unterrichtsräumen schreitet mit großen Schritten voran.

Die Berufsbildende Schule (BBS) in Kusel, die Realschule plus und das Gymnasium Kusel sowie auch Grundschulen im Landkreis wurden mit sogenannten Whiteboards ausgestattet. „Medientowers“ und „Beamer“ finden sich in jedem Raum und Computerlabor. Damit ist die Entwicklung in den Klassenzimmern aber noch lange nicht zu Ende: „Wir befinden uns in einer Wandelphase“, sagt Marco Schneider. Ziel sei es, weg vom lehrerzentrierten Unterricht zu kommen. Dies könnte durch Tablets oder Whiteboards geschehen, da der Unterricht so an Dynamik gewinnen würde, zumal die Schüler mithilfe bewegter Bilder lernen könnten und Informationen nie veralten würden.Vor allem in den Naturwissenschaften haben Lehrer heute viele Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung mit modernen Computerprogrammen. Doch nicht nur die Naturwissenschaften, sondern auch der Sprachunterricht könne von der Digitalisierung profitieren, meint Michael Riefer, stellvertretender Schulleiter der BBS.

Informatiklehrer Marco Schneider meint, dass die verfügbaren Geräte der Schule noch besser und im größerem Umfang eingesetzt werden könnten als dies bisher der Fall sei. Wie intensiv digitale Medien im Unterricht genutzt werden, hängt auch vom jeweiligen Lehrer ab. „Man kann sich nicht verschließen“, meint Riefer. Das Problem sei, dass viele Lehrer noch ängstlich seien und so den Technikeinsatz meiden. „Ich kann auch keinen zwingen“, sagt Schneider. „Jeder hat seine Grenzen“, ergänzt Nina Dahlke, Schulleiterin der Realschule plus. Michael Riefer sieht dieses Problem an der BBS allerdings als nicht gegeben, da viele Lehrer an Technik gewöhnt seien. Der Unterricht müsse an einer BBS berufsnah sein und somit Technik nutzen. Für Lehrer stellt sich indes ein anderes Problem, das der Hausaufgaben. Hier sind kreative Aufgabenstellungen gefordert, da Schüler alles im Internet finden können.

 

Schüler müssen heute mit diversen Spezialprogrammen umgehen können, wie etwa solchen für die Berechnung von Funktionen oder solchen für Präsentationen. Powerpoint sei für Letzteres als Beispiel genannt. Auch besitzt jeder Schüler des Gymnasiums ein „Digitale Schultasche“. Dahinter verbirgt sich ein USB-Stick, der nützliche Lehranwendungen besitzt und auf den Schüler Dateien abspeichern können.

 

Die Schüler der Orientierungsstufe werden ebenfalls an den Gebrauch digitaler Lernmittel herangeführt. Das Fach IT (Informationstechnik) ist mittlerweile Bestandteil des Unterrichts, und es ist sehr beliebt. Medienerziehung in jungen Jahren ist laut Dahlke besonders wichtig, um Medienkompetenz zu erlangen. Es gehe darum, den richtigen Umgang mit den neuen Technologien zu erlernen und auch die Grenzen zu erkennen. Nicht alles, was machbar ist, muss man auch machen.

 

IT wird auch am Gymnasium Kusel unterrichtet. Die BBS bietet neben einem Informatikgrundkurs auch einen Leistungskurs an. Das Gymnasium möchte in den kommenden Jahren eine Tabletklasse anbieten, die im gesamten Unterricht mit Tablets arbeiten soll. Über sogenannte Whats-app-Gruppen können sich Klassen vernetzen, jederzeit miteinander in Kontakt treten und sich ständig über den Unterricht austauschen. Auch in organisatorischer Hinsicht, nutzen Schulen heute digitale Technik, beispielsweise um Stundenpläne zu erstellen oder Klassenbücher zu führen.

 

Die Digitalisierung der Schulen ist noch lange nicht abgeschlossen. Geräte müssen ständig auf den neuesten Stand gebracht werden. Neue Generationen werden ständig entwickelt. „Man darf nie schlafen“, sagt Schneider.