14.11.2017
Kategorie: Anti-Rassismus-AG, Startseite
Von: Alexa Roth/eingestellt von S. Jaqui

Planspiel der Anti-Rassismus-AG


„Reinstadt hat andere Sorgen“- Unter diesem Titel veranstaltete das Landesjugendamt Mainz, genauer gesagt das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus, ein Planspiel mit der Anti-Rassismus AG. Für diesen Tag wurden die MitgliederInnen von der zehnten bis zur zwölften Klasse am 20. Oktober vom Unterricht freigestellt, um insgesamt acht Stunden am Rollenspiel teilzunehmen. Bei Planspielen geht es darum, realitätsnahe Situationen zu simulieren und Handelsstrategien für diese zu trainieren. Die 15 TeilnehmerInnen übernehmen dabei die Rollen relevanter Akteure.

Das Planspiel, das wir durchgeführt haben, lässt sich hierbei wie folgt beschreiben:

In Reinstadt sind die Probleme groß. Immer mehr Geschäfte müssen schließen, Arbeitslosenquote und Kriminalitätsrate steigen und jetzt auch noch die Proteste gegen die Aufstellung des Holocaust- Denkmals. Finden die örtlichen Politiker gemeinsame Lösungen oder verhärten sich die Fronten? Greifen die Reinstädter EinwohnerInnen selbst in die Entscheidungsfindung ein? Das wird sich im Rahmen einer eilends vom Bürgermeister einberufenen Versammlung zeigen.

Nach einer kurzen Einführung in das Konzept der Planspiele bekamen alle ihre Rolle zugeteilt. Neben Mitgliedern verschiedener erfundener Parteien im Reinstädter Stadtrat gab es unter anderem auch die Rollen eines nationalsozialistischen Tankstellenbesitzer, eines Mitgliedes der örtlichen Antifa und eines jüdischen Gemeindebewohner zu füllen. Somit wurden möglichst viele politische Ideologien, von ganz links bis ganz rechts, vertreten.

So hatten wir die Chance, verschiedene Meinungen und Gesinnungen anzuhören, mit welchen man normalerweise nicht konfrontiert wird. Mithilfe der drei Referenten des Landesjugendamtes konnten wir so über die Aufstellung eines Holocaust-Denkmals in der fiktiven Stadt Reinstadt diskutieren. Insgesamt lief die Diskussion knapp zwei Schulstunden lang und war sehr interessant für alle Beteiligten. Es war spannend zu beobachten, wie sich die SchülerInnen in ihren Rollen zurecht fanden, was mithilfe einer Requisiten sehr gut gelang.

Nach einer Nachbesprechung mit abschließender Diskussion war der Planspieltag für die Anti-Rassismus AG auch schon vorbei.

Als Fazit lässt sich sagen, dass sich ein wenig Reinstadt bestimmt in jedem Heimatdorf wiederfinden lässt. Durch das Rollenspiel hat sich unsere Fähigkeit, mit anderen Meinungen umzugehen, wesentlich verbessert und auch die Konfrontation mit Andersgesinnten wird nun ungemein leichter für uns.