23.02.2017
Kategorie: RobotiX-AG, Physik, Presseschau, Startseite
Von: eingestellt von S. Jaqui

Effizienter dank „Industrie 4.0“


Schönenberg-Kübelberg: Minitec informiert Gymnasiasten über zunehmend automatisierte Produktion

Arbeitsplätze werden sich durch „Industrie 4.0“ stark verändern und könnten teilweise sogar wegfallen. Das erklärte Bernhard Bauer, Gründer der Firma Minitec, gestern Schülern des Siebenpfeiffer-Gymnasiums Kusel, welche die Firma in Schönenberg-Kübelberg besuchten, um einen Einblick in die zunehmende Automatisierung der Industrie zu bekommen.

In der Eingangshalle der Firma Minitec stehen an diesem Morgen zahlreiche Schüler des Gymnasiums Kusel. Sie wollen sich ein Bild davon machen, wie sich Industriefirmen durch die zunehmende Automatisierung verändern. Mitarbeiterin Sandra Geyer-Altenkirch führt einen Teil der jungen Besucher durch den Gebäude-Komplex des Baukastensystemherstellers für Automatisierungstechnik und Anlagenbau. Bereits nach wenigen Minuten erreicht die Gruppe ein „Paradebeispiel für Industrie 4.0“: Zwei große, futuristisch anmutende Türme stehen in einer Halle im vorderen Teil der Firma. Hinter den gläsernen Fronten sind scheinbar unzählige Ebenen zu erkennen, die wie Regalböden aussehen. In den Türmen werden bestimmte Produktteile in Kartons einsortiert − voll automatisch. Mitarbeiter müssen lediglich per Computer den Befehl dazu geben.In der Halle nebenan steht eine kleine Maschine, die Profilverbinder herstellt. Mit den kleinen Metallteilen lassen sich Metallleisten, sogenannte Profile, miteinander verbinden. So können Bauteile zusammengefügt werden, ohne dass Schrauben und Bohrer zum Einsatz kommen. „Das schont nicht nur das Material, sondern spart noch dazu viel Zeit“, sagt Sandra Geyer-Altenkirch. Früher hätten Mitarbeiter die Profilverbinder selbst zusammengesetzt. Heute benötigt die Firma so viele dieser Verbindungsteile, dass nur noch eine Maschine den derart gestiegenen Bedarf überhaupt decken könne.

Weiter geht es in einen Raum, in dem Sägen laut heulen und Metallspäne fliegen. Auch in diesem Gebäudeteil werden die Vorteile der maschinellen, automatisierten Produktion deutlich: Ein spezieller Kran erzeugt ein Vakuum, dadurch werden die zu befördernden Teile angesaugt und können anschließend zu einer Säge gehoben werden. „Durch diese Technik wird das Material an den Berührungspunkten mit dem Kran nicht beschädigt“, sagt Geyer-Altenkirch. Würde das Material von den Mitarbeitern von Hand zur Säge transportiert, wäre das Risiko für Beschädigungen höher.

Die Firma Minitec verwendet aber nicht nur automatisierte Maschinen, sondern stellt diese auch selbst her, damit auch andere Unternehmen effizienter arbeiten können. So haben Mitarbeiter beispielsweise einen sogenannten Wendelförderer entwickelt, in dem Produkte wie zum Beispiel Haargel nicht nur platzsparend deponiert, sondern zusätzlich temperiert werden können.

In der Mitte des Gebäudekomplexes liegt die größte Fertigungshalle. Die Büroräume sind direkt an diese angegliedert, so dass beispielsweise Ingenieure von ihrem Büro aus sehen können, was in der großen Halle passiert und bei Bedarf entsprechend schnell mit den Mitarbeitern in der Produktion sprechen können.

Nach dem Rundgang kommen alle Besucher für einen Vortrag von Firmengründer Bernhard Bauer in einem Versammlungssaal zusammen. „Industrie 4.0 sorgt dafür, dass sich die Arbeitsplätze grundlegend verändern. Weniger Qualifizierte werden zunehmend Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden“, sagt Bauer. Andererseits würden aber durch die zunehmende Automatisierung auch neue Berufe und Arbeitsplätze in der IT- und Elektronik-Branche entstehen. jrd

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

Quelle
Ausgabe: Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Nr. 46
Datum: Donnerstag, den 23. Februar 2017
Seite 15