09.02.2017
Kategorie: Deutsch, Presseschau, Startseite, Wettbewerbe
Von: eingestellt von S. Jaqui

Kreisentscheid Vorlesewettbewerb am Siebenpfeiffer-Gymnasium: Vier starke Teilnehmer – ein Sieger


Kusel: Tim Schüßler gewinnt Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs und darf nun am Bezirksentscheid teilnehmen

Fußball – das ist doch immer irgendwie mit Lärm verbunden. Dass ausgerechnet dieses Thema auch innerhalb einer mucksmäuschenstillen Schulbibliothek Sieger formen kann, bewies Tim Schüßler aus Kappeln. Das Buch, aus dem er las, trägt den Titel „Fußballgötter fallen nicht vom Himmel“. Die Jury wählte ihn im Rahmen des bundesweiten Vorlesewettbewerbs zum Gewinner auf Kreisebene.

Wie aber ist es mit Vorlesegöttern? Fallen die vom Himmel? Nun ja, im Kreis Kusel scheint es schon mal einige zu geben: Denn am Montagabend lasen in der Mediothek des Siebenpfeiffer-Gymnasiums gleich vier von ihnen um die Wette. Den Auftakt machte Emely Heibel, Schulsiegerin der Realschule plus in Altenglan. Sie hatte sich für die erste Runde, in der traditionsgemäß drei Minuten lang aus einem selbstgewählten Text vorgelesen wird, den Tierkrimi „Die Stadt der Tiere“ von Martin Klein ausgesucht. In dem Roman muss sich eine Gruppe Vierbeiner gegen die Menschen behaupten.Die Entscheidung, aus dem talentvollen Vorlese-Quartett genau einen Sieger zu ermitteln, sei der Jury, die aus Claudia Schramm von der Kreis- und Stadtbücherei Kusel, Stephanie von Mosig, Mitinhaberin der Buchhandlung Wolf, und Nachwuchsautorin Lorena May bestand, dieses Mal nicht ganz so schwer gefallen wie schon in manch anderen Jahren: „Es war trotzdem knapp“, bemerkte Claudia Schramm. Denn auch die anderen Teilnehmer gaben sich keine Blöße: Selina Homann machte den Stoff aus „Der Clan der Wölfe“ von Kathryn Lasky fassbar und Natascha Kauf vom Kuseler Gymnasium zog mit ihren vielen stimmlichen Kniffen die Zuhörerschaft in den Bann der Fantasiewelt, in der „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien spielt.

„Eines muss man auf jeden Fall festhalten“, betonte Oliver Klaßen, Leiter der Mediothek und Deutschlehrer am Siebenpfeiffer-Gymnasium, „ausnahmslos alle haben gut gelesen.“ Doch in die nächste Runde darf wie immer nur einer. Das ist in diesem Jahr Fußballer, Jungbüttenredner und Vorleser Tim Schüßler, der am Lauterecker Veldenz-Gymnasium in die sechste Klasse geht. Eine Siegerfaust konnte sich der inzwischen Zwölfjährige logischerweise nicht verkneifen.

Betonung, Pausensetzung, Flüssigkeit – das seien drei der Kriterien, nach denen die Jurorinnen geurteilt haben. „Und es geht auch um Textverständnis und Interpretation“, ergänzte Claudia Schramm. „Wir bewerten, wie gut die Schüler vermitteln können, worum es eigentlich geht – sodass jemand, der das Buch nicht kennt, auch ein Bild vom Inhalt bekommt.“

Vor Beginn der zweiten Runde sorgten Fiona Jung (E-Piano, Gesang), Sophie Feuchtner (Cello) und Lilli Mathias (Violine) mit dem Song „Treble Heart“ von Anna Graceman für eine kurze Entspannungspause. Als Oliver Klaßen schließlich den Fremdtext „Der Tag, an dem ich cool wurde“ von Juma Kliebenstein aus dem Bücherregal zog, mussten alle vier Schulsieger mit geölten Stimmen noch einmal ran.

Die drei Musikerinnen überbrückten anschließend auch die unangenehme Wartepause, in der die Jury sich zurückzog, um den Sieger des Wettbewerbs zu ermitteln. „Ich war kein bisschen aufgeregt“, sagte Tim Schüßler voller Stolz, nachdem Oliver Klaßen ihm die frohe Botschaft überbracht hatte. Einen Tag später feierte er seinen zwölften Geburtstag – mit einem Geschenk mehr: Er ist eine Runde weiter und darf am Bezirksentscheid teilnehmen. phj

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Nr. 34
Datum Donnerstag, den 9. Februar 2017
Seite 14